Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag

Pflege

Jahr für Jahr kommen allein in Sachsen zehntausende Pflegebedürftige hinzu. Ihre Zahl hat sich binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt, eine Trendwende ist nicht abzusehen. Es ist eine riesige Aufgabe, allen ein Altern in Würde zu ermöglichen. Alle, die in unserem Land ehren- oder hauptamtlich pflegen, verdienen Anerkennung und Entlastung!

Den mit riesigem Abstand größten Pflegedienst bilden die Angehörigen. Sie brauchen viel mehr Unterstützung und sollten sich mit Rückkehrrecht vom Beruf freistellen lassen können, wie beim Mutterschutz. Sie sollten Entgeltersatzleistungen erhalten und ihre Pflegezeiten angerechnet bekommen. Wir wollen zudem Angebote für Beratung, Weiterbildung und Gesundheitsförderung ausbauen und Prozesse vereinfachen.

Die Schere zwischen Bedarf und Personalbestand geht immer weiter auf. Das zeigt, wie wichtig attraktive Arbeitsbedingungen sind, die Überlastung vermeiden. Eine sächsische Pflegebevollmächtigte oder ein Pflegebevollmächtigter sollte sich künftig um die Aufwertung des Berufs kümmern.

Auch die Pflegebedürftigen selbst benötigen mehr Unterstützung. Bei Eigenanteilen von bis zu 3.000 Euro im Monat für den Heimplatz reichen selbst zwei gute Renten nicht mehr aus. So werden viele Menschen nach einem langen Arbeitsleben zum Sozialfall. Mehr als 20.000 Menschen in Sachsen benötigen die Sozialleistung Hilfe zur Pflege. Die Eigenanteile würden sinken, wenn der Freistaat die Investitions- und Ausbildungskosten der Heimbetreiber in Form eines Pflegewohngelds übernähme. Sachsen soll sich im Bund für die Deckelung der Eigenanteile einsetzen. Außerdem schlagen wir nach bayerischem Vorbild ein Landespflegegeld von 1.500 Euro pro Pflegegeldjahr zur freien Verfügung vor, um den älteren Menschen wenigstes etwas finanzielle Selbstbestimmung zu bewahren.

Gute Pflege ist bezahlbar, wenn wir die Pflegeversicherung zur Vollversicherung umbauen. Alle, die ein Einkommen erzielen, sollen gerecht in die gesetzlichen Pflegekassen einzahlen. Auch für hohe und höchste Jahreseinkommen müssen gerechte Beiträge anfallen.

In Sachsen gibt es immer mehr pflegebedürftige Menschen.
Die Zahl hat sich in 10 Jahren mehr als verdoppelt.
Es ist schwer, allen eine gute Pflege zu geben.
Pflegende Menschen brauchen Anerkennung und Hilfe.

Pflegende Angehörige

Die meisten Pflegenden sind Angehörige.
Sie brauchen mehr Unterstützung.
Sie sollen vom Beruf frei werden können.
Sie sollen Geld bekommen, wenn sie pflegen.
Wir wollen mehr Beratung und Weiterbildung anbieten.

Arbeitsbedingungen in der Pflege

Es gibt zu wenig Pflege-Personal.
Gute Arbeitsbedingungen sind wichtig.
Sie sollen Überlastung verhindern.
Eine Pflege-Bevollmächtigte soll den Beruf stärken.

Unterstützung für Pflegebedürftige

Pflege kostet oft viel Geld.
Viele Menschen können das Geld nicht zahlen.
Manche werden so arm nach dem Arbeitsleben.
Der Staat soll mehr Geld für Pflege geben.
Sachsen soll sich für weniger Kosten einsetzen.

Wir wollen ein Pflege-Geld von 1.500 Euro pro Jahr geben.
Das Geld können ältere Menschen frei nutzen.

Pflegeversicherung und Beiträge

Pflege soll für alle bezahlbar sein.
Alle mit Einkommen sollen in die Pflege-Kasse einzahlen.
Auch Menschen mit hohem Einkommen sollen zahlen.
So wird die Pflege-Versicherung gerecht.

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Susanne Schaper

Fraktionsvorsitzende
Sprecherin für Soziales, Gesundheit, Inklusion/­Menschen mit Behinderungen, Tierschutz, Pflege, Tourismus

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