Susanne Schaper zu steigenden Pflege-Eigenanteilen: So dürfen wir nicht mit unseren Älteren und deren Familien umgehen!

Laut einer aktuellen Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen steigen die Eigenanteile, die im Pflegeheim untergebrachte Menschen entrichten müssen, weiter an. In den ersten zwölf Monaten ihres Aufenthalts müssen sie monatlich im Schnitt 3.152 Euro zahlen, weil die Zuschüsse der Pflegeversicherung zu gering sind. Erst im vierten Jahr sinkt der Eigenanteil auf etwas mehr als Hälfte des Ausgangswertes. In anderen Bundesländern sind die Kosten noch höher. Dazu erklärt Susanne Schaper, Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion:

„Wir müssen die Pflegekosten in den Griff kriegen - seit vielen Jahren dokumentieren und kritisieren wir ihr starkes Ansteigen. Die Bundesregierung muss dieses Problem lösen. Dafür sollte auch der Freistaat Sachsen Druck machen. Wir nehmen den Ministerpräsidenten beim Wort, der zu Recht eine Lösung bis zum Herbst fordert. Sonst kommt bald niemand mehr umhin, zum Sozialamt zu gehen, wenn stationäre Pflege nötig wird. Schon heute schützt selbst eine hohe Rente nach einem langen Arbeitsleben die meisten Betroffenen nicht mehr davor, im Alter zum Sozialfall zu werden und ihr Vermögen aufzuzehren. So dürfen wir nicht mit unseren Älteren und deren Familien umgehen. Von der Lebensleistung soll etwas übrigbleiben können!

Auch für die Kommunen, die für die Sozialleistung ,Hilfe zur Pflege‘ aufkommen, sind die Pflegekosten eine enorme Belastung. Die Bundesregierung schickt sich an, bald sogar Kinder mit geringeren Jahreseinkommen als 100.000 Euro für die Pflegekosten der Eltern heranzuziehen. Das wäre ungerecht.

Wir wollen die Pflegeversicherung stattdessen gerecht zur solidarischen Vollversicherung umbauen: Alle, die ein Einkommen erzielen, sollen einzahlen. Auch Jahreseinkommen über 69.750 Euro brutto müssen herangezogen werden. Bisher gibt es jeden Euro oberhalb dieser Grenze beitragsfrei.“

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