Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag

Frieden

Kriegerische Handlungen erlaubt die UNO-Charta nur zu Verteidigungszwecken. Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist so verwerflich wie es die Invasion der USA im Irak war. Wer den Krieg verschuldet oder von ihm profitiert, muss konsequent und zielgenau auch persönlich sanktioniert werden. Krieg zielt niemals nur auf die gegnerischen Streitkräfte. Wir müssen Kriegsopfern helfen, egal vor welchem Krieg sie fliehen. Wir unterstützen all jene Soldatinnen und Soldaten, die nicht am Krieg teilnehmen wollen. Nach geltendem Asylrecht steht ihnen ein Flüchtlingsstatus zu.

Die Hoffnung auf eine friedliche und sichere Welt liegt in weiter Ferne. Das macht vielen Menschen Angst vor der Zukunft, Angst davor, dass Krieg irgendwann vor der eigenen Haustür tobt. Die Antworten vieler Staaten auf diese Angst sind Aufrüstung und weitere Militarisierung der Gesellschaft. Die Linksfraktion hält beides für falsch. Noch nie hat Aufrüstung die Welt friedlicher gemacht, im Gegenteil. Aufrüstung treibt
die Spirale von Angst, Unsicherheit und Krieg an. Kein Mensch, kein Land, keine Werte gewinnen im Krieg. Es gibt keine Rechtfertigung dafür, ihn loszutreten. Krieg zerstört Leben, überall und ohne Unterschied. Einzig die Rüstungsindustrie profitiert davon. Noch mehr Rüstung bringt keine zusätzliche Sicherheit, zumal die NATO allen anderen Staaten längst militärisch überlegen ist.

Wir treten für eine stabile Friedensordnung ein und wollen diplomatische Konfliktlösungen vorantreiben. Es ist höchste Zeit für Abrüstungsverhandlungen auf allen Seiten, damit Waffensysteme abgebaut werden. Selbst Universitäten sollen jetzt kriegstüchtig werden und für Rüstungszwecke forschen. Wir als Linke sagen dazu nein und fordern „Zivilklauseln“ an sächsischen Hochschulen. Der Freistaat muss seine Forschungseinrichtungen so finanzieren, dass sie keine Drittmittel aus der Rüstungsindustrie brauchen. Auch die Nachwuchswerbung der Bundeswehr in Schulen muss enden. Die staatlichen Bildungseinrichtungen sollen unsere Kinder zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern erziehen, die Konflikte friedlich lösen können und wollen. Bundeswehr raus aus den Schulen!

Die Präambel des Grundgesetzes verpflichtet uns Deutsche, „dem Frieden der Welt zu dienen“. Das ist eine Lehre aus den Verbrechen und dem Schrecken des Zweiten Weltkrieges. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine dient nun als Vorwand, diese Einsicht über Bord zu werfen. Als weiterer Schritt zur Militarisierung unserer Gesellschaft soll absehbar die Wehrpflicht wieder in Kraft gesetzt werden. Zwangsdienste verletzen jedoch das Recht junger Menschen auf Selbstbestimmung, freie Berufswahl, Gewissensfreiheit und womöglich ihre körperliche Unversehrtheit. Ausbildung, Studium oder Auslandsaufenthalt müssen dafür verschoben oder unterbrochen werden. So verlieren die jungen Leute nicht nur Zeit, sondern aufs Leben gerechnet auch Einkommen. Wenn es zum äußersten kommt, verlieren sie auch noch ihre Gesundheit oder ihr Leben. Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung steht nicht zufällig im Grundgesetz.

Wir lehnen die Wehrpflicht nicht deshalb ab, weil wir die Aggression unterschätzen oder kleinreden würden, die von Putin und seinem Machtsystem ausgeht. Wir sind aber davon überzeugt, dass wir auf diesem Wege nicht in Richtung Frieden und Entspannung vorankommen. Laut dem schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI waren die NATO-Staaten im Jahr 2024 bereits für rund 55 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben verantwortlich. Das Militärbündnis hat mehr als drei Millionen Soldatinnen und Soldaten unter Waffen, das sind die mit Abstand umfangreichsten Streitkräfte weltweit. Es ist sicherheitspolitisch nicht notwendig, aufzurüsten und die Wehrpflicht wiederzubeleben.

Um die grundgesetzliche Aufgabe der Landesverteidigung zu erfüllen, ist keine Wehrpflicht nötig, zumal eine moderne Armee Spezialfähigkeiten benötigt, die nur Berufssoldatinnen und -soldaten erfüllen können. Wir fordern, stattdessen die freiwilligen sozialen und ökologischen Dienste aufzuwerten. Sie machen unsere Gesellschaft solidarischer.

Friedenspolitik und Antifaschismus gehören für uns zusammen. Menschenverachtende Ideologien führen unweigerlich zu Ausgrenzung, Vertreibung und letztlich zum Tod von Menschen. Für uns gilt ganz klar:
Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg! Alle Menschen sind gleichermaßen wertvoll. Wir wollen den Frieden zurückgewinnen und sichern, indem wir die Demokratie stärken, wirtschaftliche Ungleichheit abbauen und die Klimakrise bekämpfen. Nur so lassen sich auch Hunger, Vertreibung und Flucht beenden. Wir geben die Hoffnung auf Frieden nicht auf!

Die UNO erlaubt Krieg nur zur Verteidigung.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist falsch.
Krieg schadet allen Menschen.
Wir helfen allen Kriegsopfern.
Soldatinnen und Soldaten dürfen den Krieg ablehnen.

Krieg und Angst

Viele Menschen haben Angst vor Krieg.
Viele Länder rüsten auf.
Die Linkspartei sagt, Aufrüstung macht keinen Frieden.
Aufrüstung bringt mehr Angst und Krieg.
Krieg zerstört Leben und bringt nur der Waffenindustrie Gewinn.

Frieden und Abrüstung

Wir wollen Frieden und Verhandlungen.
Wir wollen weniger Waffen auf allen Seiten.
Universitäten sollen nicht für Waffen forschen.
Die Bundeswehr soll nicht in Schulen werben.
Kinder sollen lernen, Konflikte friedlich zu lösen.

Grundgesetz und Wehrpflicht

Das Grundgesetz sagt: Wir sollen Frieden fördern.
Der Krieg darf nicht Grund für mehr Militär sein.
Die Wehrpflicht verletzt Rechte junger Menschen.
Sie stört Ausbildung und Leben.
Junge Menschen können Gesundheit oder Leben verlieren.

Das Grundgesetz erlaubt Kriegsdienstverweigerung.
Wir lehnen Wehrpflicht ab, weil sie keinen Frieden bringt.
Die NATO hat viele Soldaten und viel Waffen.
Mehr Waffen sind nicht nötig.
Eine moderne Armee braucht Berufssoldaten mit Spezialfähigkeiten.

Wir wollen die freiwilligen sozialen und ökologischen Dienste stärken.
Diese Dienste machen unsere Gesellschaft besser.
Sie helfen den Menschen zusammen.

Frieden und Antifaschismus

Frieden und Antifaschismus gehören zusammen.
Faschismus ist eine schlechte Idee.
Er führt zu Ausgrenzung und Vertreibung.
Er bringt den Tod von Menschen.

Wir sagen: Nie wieder Faschismus.
Nie wieder Krieg.
Alle Menschen sind gleich wertvoll.

Wir wollen den Frieden zurückholen.
Wir stärken die Demokratie.
Wir verringern die Ungleichheit.
Wir kämpfen gegen die Klimakrise.

So können wir Hunger, Vertreibung und Flucht stoppen.
Wir geben die Hoffnung auf Frieden nicht auf.

Diesen Beitrag teilen!

Zurück

Fraktion Die Linke im sächsischen Landtag

Aktuelle Beiträge zum Thema: Frieden

Kein Blut für Öl - Hände weg von Venezuela, Geflüchteten Schutz bieten!

Am 3. Januar 2026 wurden der venezolanische Präsident Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores von US-Truppen gefangen genommen und in die USA entführt. Dieser völkerrechtswidrige Militärschlag, bei dem mutmaßlich auch Zivilisten getötet ...

Weiterlesen

Nam Duy Nguyen: Kein Blut für Öl - Hände weg von Venezuela, Geflüchteten Schutz bieten!

Am 3. Januar 2026 wurden der venezolanische Präsident Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores von US-Truppen gefangen genommen und in die USA entführt. Nam Duy Nguyen, Sprecher der Linksfraktion für Migration und Asyl, erklärt dazu: „Dieser ...

Weiterlesen

Juliane Nagel: Die CSDs blühen weiter auf, doch die Bedrohungslage bleibt – queeres Leben schützen und Netzwerke wie vereinbart fördern!

Zur anhaltenden Bedrohungslage gegen CSD-Veranstaltungen in Sachsen erklärt Juliane Nagel, demokratiepolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke: „Sachsens queere Szene hat sich in diesem Jahr erfolgreich gegen die anhaltenden und teils ...

Weiterlesen

Susanne Schaper: Kretschmers Vorschlag zur Wehr­pflicht klingt reizvoll – aber nur, wenn Jugendliche ab 16 mit­machen dürfen

Zum Vorschlag von Ministerpräsident Michael Kretschmer, einen bundesweiten Volksentscheid über Varianten der Wehrpflicht durchführen zu lassen, erklärt Linksfraktionschefin Susanne Schaper: „Es ist ein Wert an sich, wenn die Leute direkt über ...

Weiterlesen

Susanne Schaper: Leicht­fertigkeit der Wehr­pflicht-Debatte ist erschreckend - sicherheits­politisch ist sie nicht notwendig

Zum Prioritätenantrag der Linksfraktion „Nein! zur Wiedereinführung der ausgesetzten Wehrpflicht durch die Hintertür - Ja! zur Aufwertung und Stärkung der sozialen Freiwilligendienste.“ (Drucksache 8/3581) erklärt die Vorsitzende Susanne ...

Weiterlesen

Nam Duy Nguyen: Sachsen sollte 500 besonders hilfs­bedürftige Kinder aus Gaza aufnehmen – nicht länger zögern!

Die Linksfraktion fordert heute im Landtag (Drucksache 8/3966), dass der Freistaat Sachsen in Kooperation mit der Bundesregierung 500 unterernährte, kranke oder verletzte Kinder aus dem Gazastreifen sowie deren Geschwister, Eltern und ...

Weiterlesen

Susanne Schaper zum Welt­friedens­tag: Gegen die Militarisierung – junge Menschen nicht dem Zwangs­dienst Wehr­pflicht aussetzen!

Zum heutigen Weltfriedenstag erklärt die Vorsitzende der Fraktion Die Linke, Susanne Schaper: „In Deutschland muss bisher niemand befürchten, an die Front ziehen zu müssen. Dennoch sind wir kriegsmüde. Als Linke wenden wir uns gegen die weitere ...

Weiterlesen

Juliane Nagel: Aufarbeit­ung der extrem rechten Chemnitz-Krawalle 2018 fast abge­schlossen – keine Gerechtig­keit in Sicht

In diesen Tagen jähren sich die Ausschreitungen in Chemnitz zum siebenten Mal. 2018 marschierte wegen eines Tötungsdeliktes tagelang ein rassistischer Mob auf, von mehreren Demonstrationen ging massive Gewalt aus. Menschen mit ...

Weiterlesen

In Görlitz werden künftig keine Waggons mehr gebaut, sondern wohl Panzer - Susanne Schaper: Das ist kein Grund zum Feiern!

Wie die Tageszeitung neues deutschland berichtet, bestätigen sich Vermutungen zur Zukunft des Görlitzer Waggonbaus: Der Alstom-Konzern wird ihn beenden und sein Werk höchstwahrscheinlich an den deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS ...

Weiterlesen

Susanne Schaper

Fraktionsvorsitzende
Sprecherin für Soziales, Gesundheit, Inklusion/­Menschen mit Behinderungen, Tierschutz, Pflege, Tourismus

Susanne.Schaper@slt.sachsen.de

Schließen

KONTAKT

Die Linke Fraktion
im Sächsischen Landtag

Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden

Telefon 0351 4935800
E-Mail

Hier geht es zum Kontakt