Fähigkeitslücken der sächsischen Drohnenabwehr zügig schließen - Einsatzstatistik lässt keine Strategie erkennen
Die Drohnenabwehr der Landespolizei ist im ersten Halbjahr 2026 acht Mal im Freistaat zum Einsatz gekommen, kaum häufiger als bisher. So wurde die Drohnenabwehr zuletzt vor allem zur präventiven Absicherung von Konzerten, Sportevents und Gerichtsverhandlungen eingesetzt - aber offenbar nicht im Zusammenhang mit Kritischer Infrastruktur, etwa im Umfeld des Leipziger Flughafens.
Die Einsatzliste, die Innenminister Armin Schuster (CDU) vorgelegt hat, lässt auch keine Überschneidungen mit den insgesamt 13 sicherheitsrelevanten Drohnenüberflügen erkennen, zu denen es im gleichen Zeitraum über Einrichtungen der Kritischen Infrastruktur im Freistaat gekommen ist. Zum Vergleich: 2025 war die Drohnenabwehr insgesamt 14mal in Sachsen ausgerückt, damals mehrfach auch im Zusammenhang mit verdächtigen Drohnenflügen über Industrieanlagen (Landtags-Drucksachen 8/3364, 8/5301). Bei einem Außeneinsatz in Niedersachsen hatte die sächsische Polizei im Vorjahr auch erstmals ihre Abwehrfähigkeit unter Beweis gestellt, indem sie die Funksteuerung einer fremden Drohne kaperte und dadurch zur Landung zwang. Diese sogenannte „Mitigation“ gelang nunmehr im Mai auch in zwei Fällen in Dresden - insgesamt wurden bei diesem einzelnen Einsatz allerdings sogar 19 Geräte detektiert.
Die neuen Zahlen zeigen, dass die sächsische Drohnenabwehr grundsätzlich funktioniert. Allerdings hat sie Fähigkeitslücken: Selbst wenn Geräte aufgespürt werden, lassen sie sich nur in wenigen Fällen auch zu Boden bringen. Hier muss die Ausstattung weiterentwickelt werden, um mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten. Noch wichtiger: Für die Drohnenabwehr braucht es eine Strategie. „Auf gut Glück“-Einsätze bei Großevents sind gut - die gezielte Sicherung gefährdeter Einrichtungen wäre besser. Davon war noch zu wenig zu sehen.
Einsätze der Drohnenabwehr
Die Drohnenabwehr in Sachsen war 2026 acht Mal im Einsatz.
Sie sichert Konzerte, Sport und Gerichtsverhandlungen ab.
Sie schützt aber nicht wichtige Orte wie den Flughafen Leipzig.
Probleme bei der Drohnenabwehr
Es gab 13 Drohnenflüge über wichtige Orte in Sachsen.
Die Drohnenabwehr hat diese Flüge nicht gestoppt.
2025 gab es 14 Einsätze, auch bei Industrieanlagen.
Die Polizei hat eine fremde Drohne gestoppt und zur Landung gebracht.
Das nennt man Mitigation.
Fähigkeiten und Lücken
Die Drohnenabwehr funktioniert grundsätzlich.
Sie findet Drohnen oft, bringt sie aber selten zu Boden.
Die Technik muss besser werden.
Es braucht eine klare Strategie für die Drohnenabwehr.
Einsätze bei großen Veranstaltungen sind gut.
Wichtiger ist der Schutz gefährdeter Orte.
Das fehlt bisher noch.
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