Mehr als ein Dutzend sicherheitsrelevante Drohnen-Überflüge im ersten Halbjahr – besser detektieren und fokussiert ermitteln!
In Sachsen wurden im ersten Halbjahr 2026 mehr als ein Dutzend sicherheitsrelevante Drohnen-Überflüge über Einrichtungen der kritischen Infrastruktur registriert. Die Zahlen des Innenministeriums wurden am Dienstag vorgelegt, kurz vor dem mutmaßlichen Drohnenangriff im Bereich des Leipziger Flughafens. Demnach hat es zuletzt 13 einschlägige Vorfälle gegeben, betroffen waren überwiegend Anlagen im Transportsektor (acht Fälle), aber auch Energie-Unternehmen (vier Fälle). Zu Schäden sei es dadurch jeweils nicht gekommen.
Neu ist das Phänomen nicht, im Gesamtjahr 2025 hatte es 21 solcher Vorkommnisse gegeben. Weitere Details werden nicht bekanntgegeben, „um die Sicherheit der fragerelevanten Einrichtungen und laufende Aufklärungs-, Abwehr- und Ermittlungsmaßnahmen nicht zu gefährden“. Erkennen lässt sich aber: Der Schwerpunkt der jüngsten Vorfälle liegt im Bereich der Stadt Leipzig und dem angrenzenden Landkreis Nordsachsen (je vier Fälle). Hinweise auf Spionage- oder Sabotage-Absichten sowie sogenannte hybride Bedrohungen lägen dazu „gegenwärtig“ nicht vor – allerdings gelingt die Aufklärung fast nie. Nur in drei Fällen wurden die Drohnenpiloten identifiziert.
Derweil wird bei sechs weiteren Taten, die im ersten Halbjahr 2026 in Sachsen begangen wurden, „von einer hybriden Bedrohung ausgegangen“. Damit wird erstmals eine Fallzahl für den Freistaat öffentlich benannt. Auch hier werden Detailangaben zurückgehalten, auch hier laufen die Ermittlungen fast immer gegen Unbekannt. Wohl auch vor diesem Hintergrund habe man eine Verbindung zu ausländischen staatlichen Stellen bisher „in keinem Sachverhalt“ nachweisen können.
Ende vergangenen Jahres hatte der zuständige Innenminister Armin Schuster (CDU) noch erklärt, sicherheitsrelevante Taten gegen kritische Infrastrukturen würden „nicht gesondert erfasst“. Einen Antrag der Fraktion Die Linke, insbesondere aufgrund der Gefahren durch hybride Angriffe ein systematisches Monitoring zu schaffen, bezeichnete Schuster noch im Mai ausdrücklich als „entbehrlich“. Wir hoffen, dass nach dem mutmaßlichen Drohnenangriff in Leipzig ein Umdenken einsetzt. Das heißt zum einen: Der Freistaat muss im Bereich der Drohnen-Detektion nachlegen, um Vorfälle rasch zu erkennen und zu unterbinden, vor allem in besonders gefährdeten Bereichen. Zum anderen: Nötig sind fokussierte Ermittlungen bei hochprofilierten Taten, und genau damit haben wir es jetzt in Leipzig zu tun, schon aufgrund der militärischen Qualität. Es ist naheliegend, dass der Generalbundesanwalt den Fall jetzt an sich zieht.
Drohnen-Überflüge in Sachsen
Im ersten Halbjahr 2026 gab es 13 Drohnen-Überflüge in Sachsen.
Diese Drohnen flogen über wichtige Anlagen.
Die meisten Anlagen sind im Transport-Bereich.
Vier Anlagen gehören zu Energie-Firmen.
Es gab keine Schäden durch die Drohnen.
Vorjahreszahlen und Orte
Im Jahr 2025 gab es 21 Drohnen-Überflüge.
Die meisten Vorfälle sind in Leipzig und Nordsachsen.
Jeweils 4 Fälle gab es dort.
Die Polizei findet selten die Drohnen-Piloten.
Nur 3 Piloten wurden bisher gefunden.
Keine Hinweise auf Spionage
Es gibt keine Beweise für Spionage oder Sabotage.
Die Polizei kann die Fälle kaum aufklären.
Sechs weitere Taten sind möglicherweise hybride Bedrohungen.
Hybride Bedrohungen sind Angriffe mit verschiedenen Mitteln.
Ermittlungen und Sicherheit
Die Polizei ermittelt oft gegen Unbekannt.
Es gibt keine Beweise für ausländische Verbindungen.
Der Innenminister sagte früher, solche Taten werden nicht extra erfasst.
Ein Antrag für mehr Überwachung wurde abgelehnt.
Forderungen nach dem Drohnenangriff
Nach dem Drohnenangriff in Leipzig soll sich etwas ändern.
Der Freistaat muss Drohnen besser erkennen.
Die Polizei soll besser ermitteln.
Der General-Bundes-Anwalt hat den Fall übernommen.
Der Angriff war militärisch gut gemacht.
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