Ohne Beitragsgerechtigkeit versagt in wenigen Wochen die Pflegeversicherung – alle solidarisch einbeziehen!
Wer in eine Versicherung einzahlt, macht das, um abgesichert zu sein. Bei der Pflegeversicherung ist das nicht mehr der Fall: Laut dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung ist sie bald zahlungsunfähig. Wenn Leistungen nicht bezahlt werden, leiden die Pflegebedürftigen unmittelbar: Dann kommt schlimmstenfalls der Pflegedienst nicht mehr zu Oma Erna und achtet darauf, dass sie ihre Medikamente nimmt, Lebensmittel hat oder baden kann. Das darf nicht passieren!
Für 2027 befürchtet die Pflegeversicherung ein Defizit von zehn Milliarden Euro. Das liegt vor allem daran, dass nicht alle sich solidarisch beteiligen. Gut Betuchte dürfen sich zu privaten Anbietern zurückziehen, enorme Einkommen sind zum Großteil beitragsfrei. Zudem wächst die Zahl der Pflegebedürftigen, während weniger Menschen einzahlen. 1998 kamen 29 Beitragszahlende auf einen Leistungsempfänger, 2025 waren es zehn. Sachsens Bevölkerung ist eine der ältesten, die Lücke wächst. Akuthilfe ist nötig, eine Finanzspritze reicht aber nicht. Der Bund muss der Pflegeversicherung jene sechs Milliarden Euro erstatten, die sie in der Pandemie für Schutzmaßnahmen ausgeben musste – obwohl Steuergeld hätte fließen müssen. Der Landtag hat auf unseren Antrag hin die Regierung beauftragt, in Berlin Druck zu machen.
In Deutschland sind 74,6 Millionen Menschen gesetzlich und etwa 9,17 Millionen Menschen privat pflegepflichtversichert. Mittlerweile ist der Anteil der über 80-Jährigen in der privaten Pflegeversicherung sogar höher als in der gesetzlichen. Der Großteil des Pflegerisikos liegt aber in den gesetzlichen Kassen: Die privaten Versicherer greifen Menschen mit hohen Einkommen und geringeren Gesundheitsrisiken ab. Alle anderen, die für private Versicherer ein ,zu hohes Risiko‘ darstellen, landen in einer gesetzlichen Kasse. Deshalb muss ein Finanzierungsausgleich zwischen beiden Systemen her.
Die Lösung ist eine Pflegevollversicherung, in die alle Menschen – auch Abgeordnete, Selbstständige, Freiberufler oder Beamte – auf ihre kompletten Einkünfte fair einzahlen. Die Beitragsbemessungsgrenze muss erhöht werden oder entfallen, hohe Miet- und Kapitalerträge dürfen nicht außen vor bleiben. Dann zahlen Manager mit 15.000 oder 20.000 Euro brutto im Monat deutlich mehr ein als Angestellte mit 5.000 Euro.
Das Versagen der Bundesregierung ist leider nicht auf die Pflegeversicherung begrenzt. In allen Bereichen des Sozialstaates werden Kürzungen zulasten von Familien, Kindern und Jugendlichen, Menschen mit Behinderung, pflegenden Angehörigen, Berufstätigen, Kranken sowie Rentnerinnen und Rentnern diskutiert. Wir werden uns im Parlament und auf der Straße entgegenstellen, etwa am 26. September beim DGB-Aktionstag „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ Wenn die Bundesregierung ihren Kurs beibehält, werden viele Sozialproteste folgen.
Pflegeversicherung in Gefahr
Die Pflegeversicherung hat bald kein Geld mehr.
Sie kann dann die Pflege nicht mehr bezahlen.
Das ist schlimm für die Pflegebedürftigen.
Sie brauchen Hilfe bei Essen, Baden und Medikamenten.
Warum fehlt Geld
Im Jahr 2027 fehlen 10 Milliarden Euro.
Nicht alle zahlen in die Pflegeversicherung ein.
Reiche Menschen zahlen oft nichts oder wenig.
Es gibt immer mehr Pflegebedürftige.
Es gibt immer weniger Menschen, die einzahlen.
Zahlen und Fakten
1998 zahlten 29 Menschen für einen Pflegebedürftigen.
2025 zahlen nur 10 Menschen für einen Pflegebedürftigen.
Sachsen hat viele alte Menschen.
Die Pflegeversicherung braucht mehr Geld vom Staat.
Private und gesetzliche Pflegeversicherung
In Deutschland sind 74,6 Millionen Menschen gesetzlich versichert.
9,17 Millionen Menschen sind privat versichert.
Reiche Menschen sind oft privat versichert.
Die gesetzlichen Kassen haben mehr Pflegefälle.
Es braucht einen Ausgleich zwischen beiden Systemen.
Lösung: Pflegevollversicherung
Alle Menschen sollen in die Pflegeversicherung einzahlen.
Auch Politiker, Selbstständige und Beamte.
Die Beiträge sollen nach Einkommen berechnet werden.
Reiche zahlen mehr als Menschen mit wenig Geld.
Miete und Kapitalerträge sollen auch zählen.
Sozialstaat und Proteste
Die Regierung kürzt Geld für viele Menschen.
Das trifft Familien, Kinder und Menschen mit Behinderung.
Viele Menschen protestieren dagegen.
Am 26. September gibt es eine große Aktion vom DGB.
Die Proteste werden weitergehen, wenn die Regierung nichts ändert.
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