Zahl der Stromsperren in Leipzig massiv gestiegen - Susanne Schaper: Bezahlbare Energiekontingente statt Abschaltungen!
Die Vorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper, hat auch für 2025 die Zahl der Stromsperren in Sachsen abgefragt (Drucksache 8/5701). Für die drei Großstädte wurden 7.507 Stromabschaltungen in Haushalten verzeichnet - fast 2.000 mehr als im Vorjahr (5.531, Drucksache 8/1417). Die Dresdner Betroffenen waren im Schnitt für eine Woche ohne Strom, in Leipzig dauerten 70 Prozent der Abschaltungen „bis zu 15 Tage“. Daten für die Landkreise, über die Höhe der Rückstände sowie die Zahl der betroffenen Kinder unter 18 Jahren wurden wie in den Vorjahren nicht erhoben. Susanne Schaper erklärt:
„Während die Zahl der Stromsperren 2025 in Dresden von 2.373 auf 2.112 und Chemnitz von 1.958 auf 1.795 leicht zurückging, stieg sie Zahl in Leipzig um das Dreifache - von 1.200 auf 3.600. In der Messestadt dauerten 70 Prozent der Sperrungen über 15 Tage an. 2024 war es ein Tag weniger gewesen. Wie im Vorjahr dauerten in Dresden die Sperrungen eine Woche. Für Chemnitz wurden auch für 2025 diese Daten nicht erfasst. So hoffnungsvoll die Zahlen für Chemnitz und Dresden erscheinen mögen: Jeder Fall ist einer zu viel. Die Gründe für den enorme Anstieg in Leipzig müssen aufgeklärt werden.
Für die Betroffenen sind Stromsperren eine erhebliche soziale und gesundheitliche Belastung, weil zentrale Grundlagen des täglichen Lebens - etwa Licht, Kochen und die Kühlung von Lebensmitteln und Medikamenten oder digitale Kommunikation - wegfallen. Besonders schlimm sind die Folgen für Kinder sowie für ältere, kranke oder pflegebedürftige Menschen. Die Linke fordert das grundsätzliche Verbot von Energiesperren. Stattdessen sollen die Energieunternehmen Kontingente von kostenfreiem bzw. kostengünstigem Strom anbieten müssen. Das ist auch ein Anreiz zum Energiesparen. Kostenlose Beratung etwa durch die Verbraucherzentralen sollen diese Maßnahmen begleiten - auch und besonders für überschuldete Menschen.
Für Härtefälle ist ein Sozialfonds gegen Energiearmut nötig, der von den Energieunternehmen und dem Staat gefüllt wird. Dafür ist genug Geld da. Schließlich bringt die CO2-Steuer Jahr für Jahr Milliarden ein, ohne dass davon bisher ein Klimageld an die Bürgerinnen und Bürger zurückfließt.“
Hintergrund: Stromsperren in Privathaushalten in den kreisfreien Städten
Jahr Dresden Leipzig Chemnitz Drucksache
2010 10.460 5/4778
2011 13.345 5/8026
2012 13.568 5/11161
2013 2.600 5.936 1.692 5/13609
2014 2.500 5.637 1.872 6/789
2015 2.200 4.421 1.663 6/3920
2016 1.900 4.377 1.695 6/8335
2017 1.890 4.373 1.763 6/11813
2018 2.200 4.129 1.647 6/16309
2019 2.193 3.962 1.528 7/1709
2020 2.004 2.417 1.571 7/7951
2021 1.333 2.389 1.656 7/9150
2022 1.808 689 1.525 7/13389
2023 1.729 264 1.614 7/15967
2024 2.373 1.200 1.958 8/1417
2025 2.112 3.600 1.795 8/5701
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