Susanne Schaper zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche: Druck für Alternativen aufbauen, auch förderpolitisch!

In Sachsen werden immer noch zahlreiche Tierversuche genehmigt, ein Abwärtstrend ist nicht erkennbar. Das zeigen Kleine Anfragen der Vorsitzenden und tierschutzpolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper. Zudem werden jährlich zehntausende „Überschusstiere“ getötet, die zwar für wissenschaftliche Zwecke gezüchtet worden waren, dann aber nicht für solche Zwecke „verwendet“ wurden. Susanne Schaper erklärt zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April:

„Auch in Sachsen werden Jahr für Jahr Versuche an tausenden Tieren durchgeführt. Schwerpunkte liegen in der Grundlagenforschung sowie der translationalen und angewandten Forschung. Die Wissenschaftler gehen in der Regel davon aus, dass sich Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen. Doch die Faktenlage zeigt, dass die wissenschaftliche Aussagekraft von Tierversuchen zweifelhaft ist und das Ausmaß an Tierleid ethisch nicht rechtfertigen kann. Das gilt erst recht im Zeitalter von High-Tech-Forschungsmethoden wie KI-gestützter Software. Die Staatsregierung muss dafür sorgen, dass die Zahl der Versuchstiere abnimmt. Tierversuche sollten nur dort zulässig sein, wo sie nachweislich unverzichtbar sind. Nötig sind mehr Transparenz bei Tierversuchen und ein Verbandsklagerecht für Tierschutzvereine, -verbände und -stiftungen. Die Linke setzt sich dafür ein, dass Alternativmethoden weiterentwickelt werden. Öffentliche Gelder sollten vorzugsweise zugunsten von Forschungseinrichtungen und Projekten mit Tierversuchsalternativen wie Multi-Organ-Chips fließen. Bisher wird es nicht belohnt, an Alternativen zu forschen oder dieselben zu nutzen (Drucksache 8/1988).

Neben der Freiheit von Forschung und Lehre ist auch Tierschutz im Grundgesetz sowie in der Landesverfassung als Staatsziel festgeschrieben. Die Abwägung fällt bisher offensichtlich in der Regel zulasten des Tierschutzes aus. Nach heutigem Wissensstand ist es weder tierschutzrechtlich noch ethisch vertretbar, dass noch immer so viele Tiere zu Versuchszwecken missbraucht und enormen Leiden ausgesetzt werden. Zehntausende Tiere gelten als ,übrig‘ und werden ohne Forschung getötet. Wir fordern ein bundesweites gesetzliches Verbot von Tierversuchen, die mit schweren und langanhaltenden Schmerzen und Leiden für Tiere verbunden oder medizinisch nicht notwendig beziehungsweise vollumfänglich ersetzbar sind. Eigentlich sind die genehmigenden Behörden verpflichtet, die Schäden, die bei den verwendeten Tieren verursacht worden sind, zu bewerten und die Einstufung des Schweregrades der Tierversuche zu prüfen. Tiere sind keine Sache, sondern Lebewesen!“

Hintergrund

Genehmigte Anträge für Tierversuchsvorhaben

2018

2019

2020

2021

2022

2023

2024

Anzahl

143

96

114

102

97

108

91 (14 offen)

Drucksache

7/2631

7/2631

7/8445

7/12137

7/12137

7/15935

8/1987

Getötete „Überschusstiere“ (Drucksache 8/1987)

2019

2020

2021

2022

2023

2024

Keine Meldepflicht

Keine Meldepflicht

113.258

80.023

109.132

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