Susanne Schaper: Wir dürfen nicht länger zusehen, wie die Pflege-Eigenanteile immer weiter steigen!

Laut dem Verband der Ersatzkassen (vdek) liegen die Eigenanteile in sächsischen Pflegeheimen inzwischen schon durchschnittlich bei 2.986 Euro im Monat – neun Prozent mehr als vor einem Jahr. Dazu sagt die Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper:

„Wir dürfen nicht länger dabei zusehen, wie die Pflegekosten in die Höhe schießen. Fast 3.000 Euro Eigenanteil für einen Heimplatz machen die allermeisten Betroffenen zu Sozialfällen, selbst nach einem langen Arbeitsleben. Selbst gute Renten reichen dafür nicht mehr aus. Manche müssen sogar das mühsam erarbeitete Eigenheim oder die Eigentumswohnung verkaufen, die sie sonst gern Kindern oder Enkeln vermacht hätten. So dürfen wir nicht mit unseren Älteren umgehen. Pflegebedürftigkeit darf nicht dazu führen, dass von der Lebensleistung kaum etwas übrigbleibt.

Die Forderung des vdek, die Bundesländer sollten die Investitions- und Ausbildungskosten übernehmen, würde die Betroffenen um hunderte Euro im Monat entlasten. Die Linksfraktion hat schon vor längerer Zeit im Landtag gefordert, dass Sachsen sie in Form eines Pflegewohngelds umsetzt.

Bei uns im Osten sind die Alterseinkünfte vieler Menschen gering, weil Betriebsrenten, Wohneigentum oder Mieteinnahmen weniger stark verbreitet sind. Für viele Ältere ist die gesetzliche Rente das einzige Einkommen. Es ist unumgänglich, die Pflegeversicherung gerecht zur solidarischen Vollversicherung umzubauen: Alle, die ein Einkommen erzielen, sollen in die gesetzlichen Pflegekassen einzahlen. Auch Jahreseinkommen über 69.750 Euro brutto müssen herangezogen werden. Bisher gibt es jeden Euro oberhalb dieser Grenze beitragsfrei.“

 

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