Susanne Schaper: Weiter zehntausende Rentnerinnen und Rentner berufstätig – niemand darf gezwungen sein, den Ruhestand zu verschieben!
Laut der Arbeitsagentur ist die Zahl der Menschen, die im Rentenalter weiterarbeiten, in Sachsen weiterhin groß. Derzeit sind etwa 60.000 Menschen weiter beschäftigt, die meisten geringfügig. Susanne Schaper, Vorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion, erklärt dazu:
„Arbeit im Rentenalter ist auch in Sachsen ein wachsendes Phänomen – das belegen auch meine regelmäßigen Landtagsanfragen seit Jahren. Wer im Alter weiterarbeiten möchte, soll dies tun – das hilft unserer vom Arbeitskräftemangel geplagten Gesellschaft und bedeutet für viele Menschen auch persönliche Erfüllung, oder jedenfalls höhere Rentenansprüche. Es darf aber niemand wegen Geldmangels dazu gezwungen sein, den verdienten Ruhestand zu verschieben! Im Osten ist die gesetzliche Rente für viele die einzige Einkommensquelle, die aber immer mehr Menschen nicht zum Leben reicht. Bestandsrentnerinnen und -rentner in Sachsen erhielten 2024 im Durchschnitt 1.345,80 Euro, neue Rentnerinnen und Rentner bekamen durchschnittlich nur noch 1.249,69 Euro (Statistik 2024 der Deutschen Rentenversicherung). Da fällt es schwer, mit steigenden Preisen und Mieten klarzukommen.
Damit alle ihren Ruhestand genießen und frei darüber entscheiden können, ob sie arbeiten wollen, muss die gesetzliche Rentenversicherung eine sichere Bank für alle sein. Das ist möglich, wenn alle Erwerbstätigen einbezogen werden und für ihre gesamten Einkünfte im Job und am Finanzmarkt Beiträge in den Rententopf entrichten. Das muss künftig auch für Abgeordnete, Selbstständige oder die Beamtinnen und Beamten gelten. Österreich hat vorgemacht, wie sich eine solche große, gerechte Veränderung umsetzen lässt. Die Beitragsbemessungsgrenze muss weg, damit auch Menschen mit hohem Einkommen pflichtgemäß zur Solidargemeinschaft beitragen. Wir wollen eine solidarische Mindestrente in Höhe von 1.400 Euro netto im Monat für alle einführen, bei der Rentenbesteuerung müssen großzügige Freibeträge gelten.“
Hintergrund: Arbeitende Rentnerinnen und Rentner in Sachsen
|
Stand zum Jahresende |
sozialversicherungspflichtig |
geringfügig |
Drucksache |
|
2008 |
4.108 |
27.563 |
5/620 |
|
2009 |
4.650 |
28.824 |
5/3693 |
|
2010 |
4.748 |
29.865 |
5/9270 |
|
2011 |
5.134 |
29.982 |
5/9270 |
|
2012 |
5.824 |
30.752 |
5/12212 |
|
2013 |
6.959 |
34.654 |
5/14658 |
|
2014 |
7.034 |
37.285 |
6/2231 |
|
2015 |
8.767 |
39.953 |
6/14197 |
|
2016 |
10.013 |
44.702 |
6/14197 |
|
2017 |
11.879 |
48.749 |
6/14197 |
|
2018 |
13.773 |
51.725 |
7/795 |
|
2019 |
10.345 |
47.471 |
7/11876 |
|
2020 |
10.437 |
45.423 |
7/11876 |
|
2021 |
10.959 |
45.480 |
7/11876 |
|
2022 |
11.935 |
45.938 |
7/12384 |
|
2023 |
12.934 |
47.808 |
7/17132 |
|
2024 |
13.884 |
48.448 |
8/2900 |
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