Susanne Schaper: VW steht unter Druck, aber nicht vor der Insolvenz - Ideen der Beschäftigten für Zukunftspläne aufgreifen!

Zur Aktuellen Debatte „Sachsen die Wiege der deutschen Automobilindustrie - Standort sichern und gemeinsam die Zukunft gestalten“ sagt die Vorsitzende der Linksfraktion, Susanne Schaper:

„Die Fahrzeugproduktion in Zwickau hat seit 1904 alle Hochs und Tiefs überlebt. Namen wie Oliver Blume, Wolfgang Porsche oder Hans Michel Piëch hingegen könnten im Geschichtsbuch landen, weil sie in Zwickau nach über 120 Jahren die Bänder stoppen ließen - für immer. Hinter den Schließungsplänen stecken die Eigentümerfamilien und ein versagendes Management, die alle den Hals nicht vollkriegen.

Diejenigen, die ihren Wohlstand erarbeiten, sind ihnen egal. Es spielt keine Rolle, dass das Zwickauer Werk hoch produktiv ist, dass viel Geld und große Mühen der Beschäftigten in die Umrüstung auf E-Fahrzeugbau geflossen sind. Es geht vor allem um neue Milliardendividenden. Seit 2022 hat VW rund 22 Milliarden Euro ausgeschüttet. Wer das kann, steht von mir aus unter Druck, aber nicht vor der Insolvenz!

VW Sachsen hat rund 10.000 Beschäftigte. Innovative Ideen aus ihren Reihen müssen aufgegriffen werden, wenn es um Zukunftspläne geht. Rüstungsproduktion ist keine überzeugende Antwort. Es geht um eine ganze Industrieregion, die neue Produkte in vielen Bereichen braucht - auch außerhalb des Wandels vom Verbrenner zum E-Antrieb. Denkbar sind etwa Mobilität, Energie, Kreislaufwirtschaft.

Nötig sind Staatsintervention und Industriepolitik, wenn nötig kreditfinanziert. Wir wollen ein Jobsicherungsgesetz für Betriebe von regionaler Bedeutung: keine Schließung, bevor Alternativen geprüft sind! Vereinbarungen müssen gelten, zumal dann, wenn öffentliches Geld fließt oder geflossen ist. Das bedeutet vor allem Tarifbindung und Mitbestimmung, egal wer investiert. Auch der Vorstand muss liefern: vor allem massentaugliche, E-Modelle und Hybride, die bezahlbar und konkurrenzfähig sind.

Es ist übrigens Unsinn, für Zwickau die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich zu fordern. Ein Großteil der Belegschaft leistet über Sonderschichten bereits 39 Stunden. Bei fehlender Auslastung beschleunigen längere Arbeitszeiten sogar den Stellenabbau.“

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