Susanne Schaper: Ost-West-Gefälle bei Erbschaften zeigt die Spaltung unseres Landes – Schlupflöcher schließen und Lohnniveau erhöhen!

Das Statistische Bundesamt hat neue Zahlen zu Erbschaften und Schenkungen vorgelegt, die über den Freibeträgen lagen und damit steuerpflichtig sind. 2025 fanden 95 Prozent dieser Vermögensübertragungen in Westdeutschland statt, wo etwa 143 Milliarden Euro transferiert wurden. In Ostdeutschland und Berlin waren es nur acht Milliarden Euro. Das so vererbte und verschenkte Vermögen betrug in Ostdeutschland etwa 500 Euro pro Kopf, in Westdeutschland waren es etwa 2.100 Euro. Dazu sagt die Vorsitzende der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, Susanne Schaper:

„Wenige Zahlen zeigen die Spaltung unseres Landes so deutlich wie die zu den Erbschaften. Die Vermögensunterschiede sind riesig, obwohl seit der staatlichen Einheit fast 40 Jahre vergangen sind. Im Osten gibt es kaum Menschen, die ein nennenswertes Vermögen an ihre Kinder und Enkel weitergeben können – die allermeisten, die dazu in der Lage sind, stammen aus Westdeutschland.

Die meisten Erbschaften und Schenkungen liegen unterhalb des Freibetrags, der etwa für Ehepartner bei 500.000 und bei Kindern bei 400.000 Euro liegt. Von solchen Summen können wohl in beiden Landesteilen die meisten Menschen nur träumen. Während man im Westen durchaus viele Menschen findet, die ein solches Vermögen weitergeben können, muss man sie im Osten mit der Lupe suchen. Hier sind die Löhne und Alterseinkünfte geringer, und nicht zuletzt die hohen Pflege-Eigenanteile führen in vielen Fällen dazu, dass die finanzielle Lebensleistung aufgezehrt werden muss.

Wer das Glück hat, ein enormes Vermögen zu erwerben, schafft das in aller Regel komplett leistungslos durch Erbschaft. Es ist auch deshalb gerechtfertigt, Reichtum zu begrenzen, damit kein Kind mehr in Armut aufwächst, alle von ihrer Arbeit leben können und im Alter keine Geldsorgen haben. Große Vermögen, hohe Einkommen und enorme Erbschaften müssen gerecht besteuert werden. Zudem ist es unerlässlich, Steuerschlupflöcher zu schließen, auch damit riesige Vermögen nicht steuerfrei weitergegeben werden können – etwa durch die ,Verschonungsbedarfsprüfung‘.

Hingegen sollen alle die Chance haben, im Laufe ihres Lebens ein Vermögen aufzubauen. Der richtige Umgang mit Geld sollte Teil der Lehrpläne werden. Vor allem kommt es aber darauf an, das Lohnniveau in Ostdeutschland zu verbessern. Dazu wollen wir mit aktiver Industriepolitik, höherer Tarifbindung und einem Vergabegesetz beitragen, das öffentliche Aufträge an eine anständige Bezahlung knüpft.“

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