Susanne Schaper: Nur 17 der 431 sächsischen Kommunen setzen Konzepte oder Maßnahmen zum Hitzeschutz um - ausbauen!

Zwischen 2018 und 2023 sind 13 Menschen in Sachsen an den Folgen von Hitze und Sonnenlicht gestorben. Fast alle waren älter als 65 Jahre. Das zeigt eine Anfrage von Susanne Schaper, Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion (Drucksache 8/2902). Sie hat zudem gefragt, welche Kommunen einen Hitzeaktionsplan oder ähnliche Programme entwickeln beziehungsweise umsetzen. Der Staatsregierung sind fünf Kommunen bekannt, die einen Hitzeaktionsplan verfolgen (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Leipzig, Löbnitz, Landkreis Nordsachsen, Stadt Waldenburg). Neun Kommunen erarbeiten einen solchen Plan (Chemnitz, Doberschütz, Borna, Eilenburg, Jesewitz und Zschepplin, Dresden, Mühlau, Landkreis Nordsachsen, Markleeberg). Weitere Kommunen wollen Aktionspläne erarbeiten oder setzen Klimaanpassungskonzepte oder Maßnahmen um, sie errichten beispielsweise Trinkwasserbrunnen. Naunhof, Borsdorf und Markkleeberg haben dafür eine Förderung beantragt. Susanne Schaper erklärt:

„Sachsen hat 418 Städte und Gemeinden, dazu dreizehn Landkreise und kreisfreie Städte. Gemessen daran kann die Hitzeschutz-Bilanz niemanden zufriedenstellen – die Staatsregierung nennt lediglich 17 Kommunen, die Konzepte oder Maßnahmen entwickeln oder umsetzen. Der Freistaat muss dafür sorgen, dass Hitzeschutzmaßnahmen zur Regel werden. Sonst bleiben insbesondere ältere Menschen unnötigen Risiken ausgesetzt, wenn es lange heiß ist. Wer unter hohem Blutdruck leidet – in Sachsen sind das 40 Prozent mehr Menschen als im Bundesschnitt – ist besonders gefährdet. Bei schnellem Temperaturanstieg wächst die Herzinfarkt-Gefahr.

Ältere Menschen machen den größten Teil der Hitzetoten aus: Häufig leben sie in Wohnungen oder Pflegeeinrichtungen, die kaum gegen Hitze geschützt sind. Im Bundesvergleich ist die sächsische Bevölkerung eine der ältesten. Dabei sind im Freistaat viele Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nicht auf extreme Hitze vorbereitet. Der Freistaat muss Anpassungsmaßnahmen unterstützen! Dabei sind vor allem Klimaanlagen und Verschattung hilfreich, am besten kombiniert mit einer Photovoltaik-Anlage. Besonders hart trifft Hitze auch Wohnungslose: Sie haben keine Möglichkeit, sich abzukühlen oder genug zu trinken.

Die Vernetzung von Land und Kommunen durch ein Landesgesundheitsamt ist nötig, um die Bevölkerung besser vor Hitze zu schützen. Auf Forderung der Linken arbeitet die Staatsregierung jetzt auf dessen Gründung hin. Überall muss ein Hitzeschutz-Aktionsplan gelten, der hitzebedingte Gesundheitsgefahren bekämpft. Ein landesweites Frühwarnsystem muss am besten die Handys erreichen. Nötig sind auch mehr Trinkwasserbrunnen sowie mobile Kühl- und Trinkstationen, nicht zuletzt um wohnungslose Menschen zu erreichen. Der Freistaat sollte zudem ein Förderprogramm für Schwimmbad-Investitionen schaffen.“

Du hast Fragen
oder möchtest einfach reden?

Fraktion Die Linke
im Sächsischen Landtag

Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden

Telefon 0351 4935800
E-Mail

Zum Kontaktformular

Oder schreibe uns auf unseren Social-Kanälen:

Schließen

KONTAKT

Fraktion Die Linke
im Sächsischen Landtag

Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden

Telefon 0351 4935800
E-Mail

Hier geht es zum Kontakt