Susanne Schaper/Luise Neuhaus-Wartenberg: Ein Jahr NSU-Dokumentationszentrum „Offener Prozess“ - Ein wichtiger Beitrag zur Erinnerung und für Engagement
Das NSU-Dokumentationszentrum „Offener Prozess“ in Chemnitz wurde im Mai des letzten Jahres eröffnet. Zu diesem einzigartigen Lernort äußern sich Susanne Schaper, die Vorsitzende der Linksfraktion sowie die bildungspolitische Sprecherin, Luise Neuhaus-Wartenberg.
Susanne Schaper:
„Das Beste wäre es, es brauchte einen solchen Ort nicht. Doch nach dem was geschehen ist, ist die Einrichtung des Dokumentationszentrums in Chemnitz, also einem zentralen Punkt des NSU, ein wichtiger Beitrag zur Erinnerung und für Engagement. Aktuelle Ereignisse zeigen auf, dass es beides dringend braucht.
Was ausging von Sachsen war bislang beispiellos: Über Jahre konnte der „Nationalsozialistische Untergrund“ tun, was sein Name in sich trägt. Nicht allein die Raubüberfälle und die umfangreiche Vernetzung faschistischer Organisationen und ebensolchen Personals - es gab zehn Mordopfer. Ihre Namen sind Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter.
Luise Neuhaus-Wartenberg:
„Mitglieder unsere Fraktion besuchten vor Kurzem das Dokumentationszentrum. Dort wird eine beeindruckende Lehr- und Lernarbeit betrieben. Neben dem Schwerpunkt NSU - wie konnte sich so etwas bilden und über Jahre unentdeckt bleiben, warum gibt es bis heute Leerstellen in der Aufklärung, warum wurden Akten nach der Aufdeckung des NSU in Massen geschreddert - finden sich auch Aspekte die in vor der Zeit der Terrorgruppe liegen. Geschichten zum faschistischen Terror in der Nachkriegszeit oder die Historie der Migration.
Das Lernprogramm gibt es vor Ort, ist aber auch digital zugänglich. Dass die Angebote vor Ort inzwischen von über 15 000 Menschen wahrgenommen wurden, zeigt auf, wie richtig und wichtig es war, die Finanzierung aus dem Landeshauhalt zu unterstützen.
Neben Dank und einem Händedruck kommt es darauf an, die geleistete und noch zu leistende Arbeit weiter zu unterstützen.“
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