Susanne Schaper: Jedes Kind hat das Recht auf eine sichere Geburt nahe seinem Zuhause -fraktionsübergreifender Antrag zur Geburtshilfe

Die Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und Linken setzen zur nächsten Plenarsitzung ihren Antrag „Sichere Geburt in Sachsen gewährleisten - Geburtshilfe im ländlichen Raum sichern - gemeinsam Strategien entwickeln“ (Drucksache 8/8745) auf die Tagesordnung. Das Papier basiert auf einer Initiative der Linksfraktion vom April 2026 („Hebammenversorgung sachsenweit sicherstellen“, (Drucksache 8/6892) sowie einem Antrag der Grünen-Fraktion (Drucksache 8/7251). Susanne Schaper, Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, erklärt:

„Die Geburtshilfestation am St. Johannes Krankenhaus Kamenz soll zum Jahresende schließen, die im Erzgebirgsklinikum Zschopau Mitte des nächsten Jahres. Sachsen darf nicht noch mehr Kreißsäle verlieren, ohne Alternativen zu schaffen. 1991 gab es im Freistaat 54 Krankenhäuser mit Entbindungsstation, heute sind es nur noch 34. Das sorgt in vielen Gebieten für lange Wege, obwohl es auf jede Minute Fahrzeit ankommen kann. Auch wenn die Geburtenzahl sinkt, verdienen alle Familien im ganzen Land die Sicherheit, dass sie rechtzeitig eine qualifizierte Einrichtung erreichen können. Jedes Kind hat das Recht auf eine sichere Geburt in der Nähe seines Zuhauses.

Um das in Zukunft zu gewährleisten, muss die Staatsregierung eine Strategie für sichere Geburtshilfe entwickeln. Dazu wollen wir die Staatsregierung beauftragen, die Versorgungslage umfassend zu analysieren. Wir müssen die Angebote erhalten und nötigenfalls ergänzen, beispielsweise um hebammengeleitete Einrichtungen, Geburtshäuser, Modellprojekte oder regionale Kooperationsmodelle zwischen stationärer und außerklinischer Geburtshilfe. Die Hebammenkoordinierungsstelle leistet bereits unverzichtbare Arbeit.
    
Wie überall im Gesundheitsbereich gilt es, die Expertise des gesamten Personals zu nutzen und die Zusammenarbeit auszubauen, auch die von Hebammen, Entbindungspflegern sowie Ärztinnen und Ärzten. Arbeitsbedingungen, Fachkräftegewinnung und Fachkräftebindung müssen besser werden, insbesondere für Hebammen, die wieder in den Beruf einsteigen oder sich weiter qualifizieren wollen. Der Rettungsdienst muss ebenfalls in die Überlegungen einbezogen werden. Die Familien müssen von der Schwangerschaft über die Geburt bis ins Wochenbett und über die Stillzeit hinweg kompetent betreut werden.
    
Aus wirtschaftlicher Sicht ist Geburtshilfe ein Verlustgeschäft, die Finanzierung ist Bundessache. Es ist sehr wichtig, dass künftig nicht mehr Kostengründe den Ausschlag geben, sondern das Wohl der Familien, der Schwangeren und insbesondere der Kinder!"

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