Susanne Schaper: Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz - Sachsen verdient einen landesweiten Hitzeaktionsplan!

Mit 41,7 Grad wurde am 28. Juni 2026 in Deutschland am dritten Tag in Folge ein Temperaturrekord gemessen. Die Linksfraktion beantragt, dass die Staatsregierung einen landesweiten Hitzeaktionsplan entwickelt (Drucksache 8/7770). Warnungen sollen gebündelt und zielgruppenspezifisch über Verhaltenstipps, Anlaufstellen, Kühl-Orte und Notfallkontakte informiert werden. Der Freistaat soll seine Kommunen dabei unterstützen, Hitzeaktionspläne umzusetzen. Trinkwasserbrunnen, Verschattung, Entsiegelung, Stadtbegrünung, Sprühnebelanlagen und kühle öffentlich zugängliche Aufenthaltsräume sollen gefördert werden. Für Krankenhäuser, Pflegeheime, Kitas und Schulen sollen Mindeststandards gelten, etwa zu Grünflächen und zur Biodiversität.

Dazu sagt die Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin Susanne Schaper:

„Die Temperatur ist für alle gleich - und doch hängt es stark von den Lebensumständen ab, wie gut wir eine Hitzewelle bewältigen können. ,Kein Entrinnen vor der Hitze‘ - damit finden wir uns nicht ab. Alle Menschen sollen sich schützen können, so wie im Winter alle Anspruch darauf haben, nicht unter Kälte leiden zu müssen.

Weil sich unser Planet aufheizt, wird Extremwetter häufiger. Lange und intensive Hitzewellen sind diesbezüglich das größte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Sie treffen vor allem Kinder, Ältere, Pflegebedürftige, chronisch Kranke, Wohnungslose und Menschen mit Behinderungen. Auch Menschen, die schweren körperlichen Tätigkeiten im Freien nachgehen oder in einer Gemeinschaftsunterkunft leben, sind besonders gefährdet. Insbesondere steigt ihr Risiko, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufversagen und Atemnot zu erleiden. Laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts gab es bis zur Jahresmitte 230 hitzebedingte Todesfälle in Sachsen. Letzten Sommer starben deutschlandweit 6.300 Menschen an den Folgen extremer Hitze.

Es ist höchste Zeit, dass unser Land sich gegen Hitze wappnet. Derzeit haben nur fünf Kommunen einen Hitzeaktionsplan, andere arbeiten daran oder setzen Einzelmaßnahmen beziehungsweise Klimaanpassungskonzepte um. Das aber muss landesweit erfasst und koordiniert werden. Eine Voraussetzung für Hitzeschutz, Gesundheit, Biodiversität und Umweltgerechtigkeit ist Stadtgrün. Stadtbäume können die Temperatur auf Fußgängerflächen je nach Standort um bis zu 12° C senken. Dennoch wird weiter versiegelt, vor allem in dicht bebauten, städtischen Quartieren, die sich schon jetzt stärker aufheizen. Dort leben vor allem Menschen mit geringerem Einkommen, die sowieso schon schlechtere Chancen haben, sich zu schützen. Hitzeschutz ist auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit!“

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