Susanne Schaper: Eine der ältesten sächsischen Apotheken muss schließen – und die Koalition trödelt weiter im Konsultationsverfahren
In Werdau schließt morgen eine der ältesten Apotheken in Sachsen: Die Inhaberin muss die Löwen-Apotheke in Werdau aufgeben, die einst im Jahre 1742 gegründet worden war. Sie könne die steigenden Kosten nicht mehr stemmen, zumal die Honorare der Krankenkassen seit langer Zeit stagnieren. Gerade im Landkreis Zwickau ist das Apothekensterben nicht mehr zu übersehen. Dazu sagt die Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper:
„Sachsen verliert immer mehr Apotheken, die Versorgung wird immer schlechter. Wir haben bereits im Dezember 2024 einen Antrag vorgelegt (Drucksache 8/658), mit dem wir Gegenmaßnahmen fordern. Er liegt im Konsultationsverfahren – doch CDU und SPD waren leider seit fast einem Jahr nicht in der Lage, ihren angekündigten Änderungsantrag vorzulegen. Es wäre gut, jetzt unverzüglich zu Potte zu kommen, damit der Landtag die Staatsregierung damit beauftragt, das Apothekensterben zu beenden.
Die strukturellen Probleme verschärfen sich, vor allem zulasten kleinerer Apotheken. Kostendruck, Bürokratie und Lieferengpässe gefährden ihre wirtschaftliche Existenz. Die Apotheke vor Ort ist kaum zu ersetzen: Sie bietet niedrigschwellige und vertrauensvolle Beratung, kann bei Lieferengpässen Alternativen anbieten oder Rezepturen herstellen – all das sind Leistungen, die Internetapotheken nicht erbringen können. Damit wieder mehr Menschen Lust haben, eine Apotheke zu führen oder dort zu arbeiten, müssen die Rahmenbedingungen besser werden. Dazu muss vor allem das Packungsfixum endlich steigen – das ist der feste Betrag, den die Krankenkassen pro abgegebener Medikamentenpackung erstatten. Das Honorar muss künftig regelmäßig angepasst und der Beratungsaufwand vergütet werden.
Förderprogramme könnten helfen, die Digitalisierung voranzubringen und die Übernahme oder Neugründung von Apotheken in unterversorgten Regionen zu erleichtern. So könnte ein Förderfonds einen Teil des Kaufpreises bei Apothekenübernahmen in Regionen mit nachgewiesener Unterversorgung übernehmen, ähnlich einem ,Landarztbonus‘. Auch für Modernisierungen und IT-Lösungen etwa für telepharmazeutische Beratung, Bestellwesen oder Patientenverwaltung ist Unterstützung denkbar. Die Staatsregierung sollte mit dem Sächsischen Apothekerverband, der Landesapothekerkammer, den Krankenkassen und weiteren Akteuren ein sektorenübergreifendes Maßnahmenpaket entwickeln.“
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