Susanne Schaper: Die höhere Tierschutz-Förderung ist gut, aber nötig ist weit mehr als Symptomlinderung!
Der Freistaat stellt den Tierheimen rückwirkend mehr Geld zur Verfügung und erhöht seine Förderung für Personal- und Betriebskosten. Dazu erklärt die Vorsitzende und tierschutzpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper:
„Die Mittelerhöhung für die Tierheime und Tierschutzvereine war überfällig. Es ist gut, dass die Tierschutzausgaben auf Druck von Grünen und Linken im Haushaltsverfahren erhöht werden konnten. Dennoch decken die Fördermittel den Bedarf bei weitem nicht, zumal die Kosten für Energie und tiermedizinische Versorgung stark gestiegen sind. Als Linke kämpfen wir seit Jahren für eine existenzsichernde und verlässliche Finanzierung der Tierschutzeinrichtungen. Die stehen nicht nur wegen gestiegener Kosten extrem unter Druck, sondern auch wegen der stetig wachsenden Zahl an abgegebenen, ausgesetzten oder behördlich beschlagnahmten Tieren.
Darunter sind auch immer häufiger verhaltensauffällige Hunde mit schlechten oder gar keinen Vermittlungsperspektiven. Die Tierheime haben in der Regel weder die zeitlichen noch die finanziellen Ressourcen für eine aufwendige Resozialisierung der Hunde. Für die Tiere bedeutet das nicht selten ein Leben hinter Gittern in ,Einzelhaft‘. Auch die hohe Zahl an Exoten wie Reptilien stellt Tierheime und Auffangstationen vor enorme Probleme. Vor allem im Frühjahr und Herbst erleben Tierheime zudem eine ,Schwemme‘ an Katzenwelpen. Viele Einrichtungen kommen daher regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen und müssen Aufnahmestopps verhängen, also bedürftige Tiere zurückweisen.
Die Arbeit der Tierschutzaktiven ist eine enorme physische und psychische Belastung und wird überwiegend ehrenamtlich geleistet. Die wenigen Angestellten werden schlecht bezahlt. Dabei ist Tierschutz in der Verfassung verankert und damit von der Landesregierung verpflichtend umzusetzen. Es genügt nicht, die Symptome ein wenig zu lindern. Die Staatsregierung muss die Ursachen angehen! Wir haben dazu einen Antrag (Drucksache 8/3684) vorgelegt. Nötig sind wirksame Maßnahmen gegen illegalen Welpenhandel und strenge Regularien für den Handel, insbesondere Onlinehandel mit Tieren. Ein wichtiger Schritt zur Eindämmung des illegalen Tierhandels wäre die Einführung einer Kennzeichnungs- und Registrierpflicht für Hunde und Katzen. Andere Bundesländer machen das vor.
Noch immer ist Sachsen zudem das einzige Bundesland ohne Katzenschutzverordnung. Dabei wäre sie das wichtigste Instrument, um die unkontrollierte Vermehrung von Streunerkatzen zu bekämpfen, das unsägliche Leid der unversorgten Tiere zu lindern und Tierschutzaktive wie Tierheime zu entlasten. Auch dazu haben wir erneut einen Antrag (Drucksache 8/3842) im Verfahren und hoffen sehr, dass der darin formulierte Hilferuf der Tierschutzaktiven gehört und endlich ernst genommen wird.“
Du hast Fragen
oder möchtest einfach reden?
Die Linke Fraktion
im Sächsischen Landtag
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden, Sachsen
Telefon 0351 4935800
E-Mail linksfraktion@slt.sachsen.de
Oder schreibe uns auf unseren Social-Kanälen: