Susanne Schaper: Altersarmut wächst in Sachsen weiter - Pläne der Bundesregierung bedeuten vor allem Rentenkürzungen
Heute legt die Reformkommission der Bundesregierung ihre Renten-Pläne vor. Indes hat die Staatsregierung auf Anfrage der Vorsitzenden und sozialpolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper, neue Zahlen zur Grundsicherung im Alter vorgelegt (Drucksache 8/7075). Demnach erhielten zum Ende 2025 in Sachsen 21.080 Menschen diese Sozialleistung - durchschnittlich 616 Euro im Monat. Ihre Zahl hat sich binnen zehn Jahren fast verdoppelt. Susanne Schaper erklärt:
„Die gesetzliche Rente kann und muss eine sichere Bank für alle sein. Die Zahl derjenigen, die sie im Alter nicht ausreichend absichert, wächst aber auch in Sachsen scheinbar unaufhaltsam. Immer mehr ältere Menschen kommen mit ihrer Rente nicht mehr hin, ein Café-Besuch oder Geschenke für die Enkel werden zur finanziellen Herausforderung. Wir können leider nicht darauf hoffen, dass die Renten-Pläne der Rentenkommission und der Bundesregierung Altersarmut überwinden helfen.
Die Statistik der Lebenserwartung sagt nichts über die Erwerbsbiografien der Menschen aus. Viele können schon heute nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten - ihre Altersbezüge werden also gekürzt, wenn der Renteneintritt weiter verschoben wird. Selbst 45 Beitragsjahre genügen bald nicht mehr, um den wohlverdienten Ruhestand antreten zu können. Zudem werden alle weniger netto in der Tasche haben, wenn zusätzliche Beiträge am Kapitalmarkt angelegt werden müssen - die Risiken von Finanzkrisen inklusive. Bei Kürzungen ist die Bundesregierung also konsequent. Wenn es darum geht, mehr Menschen in die Rentenkasse zu holen, bleibt sie aber wohl am Anfang des Weges stehen. Zwar sollen Abgeordnete, Konzernvorstände und Selbständige Teil der Rentenversicherung werden, aber das genügt nicht. Die Bemessungsgrenze stellt hohe und höchste Einkommen außerdem weiter beitragsfrei.
Gerade der Osten braucht eine verlässliche gesetzliche Rente, weil die meisten hier keine weiteren Alterseinkünfte haben. Die Rente wird sicher, wenn sie gerechter wird. Alle, die ein Arbeitseinkommen oder hohe Kapitaleinkünfte erzielen, sollten die Rentenkasse mitfinanzieren. Hohe und höchste Einkommen sollten nicht mehr beitragsfrei bleiben. Armut darf nicht der Lohn für ein langes Arbeitsleben sein!“
Hintergrund:
Sächsische Bezieherinnen und Bezieher von Grundsicherung im Alter (SGB XII)
Jahr Empfängerinnen und Empfänger Quelle
2003 6.156
2004 6.894
2005 8.573
2006 8.889
2007 9.584
2008 9.833
2009 9.172
2010 9.289
2011 9.656
2012 10.403 Statistisches Landesamt
2013 11.034
2014 11.144
2015 11.783
2016 10.771
2017 11.352
2018 11.735
2019 11.916
2020 11.855
2021 12.755
2022 16.335 Drucksache 7/14691
2023 17.760 Drucksache 7/16136
2024 19.745 Drucksache 8/2901
2025 21.080 Drucksache 8/7075
Du hast Fragen
oder möchtest einfach reden?
Fraktion Die Linke
im Sächsischen Landtag
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden, Sachsen
Telefon 0351 4935800
E-Mail linksfraktion@slt.sachsen.de
Oder schreibe uns auf unseren Social-Kanälen: