Stefan Hartmann: Der Wassermangel in der Lausitz braucht neue Antworten
In ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage „Verdunstungsleistungen der sächsischen Lausitzer Tagebauseen“ (Drucksache 8/6912) beziffert die Staatsregierung das durch den Braunkohleabbau entstandene Wasserdefizit im sächsischen Teil der Lausitz auf 5,7 Milliarden Kubikmeter.
Dazu erklärt der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion Sachsen, Stefan Hartmann:
„Niemand kann sich die enorme Menge von 5,7 Milliarden Kubikmeter vorstellen, die in der sächsischen Lausitz an Wasserdefizit bestehen. Deshalb haben wir nachgerechnet: Mit diesen 5,7 Milliarden Kubikmeter könnte die sächsische Bevölkerung gut 40 Jahre lang mit Trinkwasser versorgt werden. So viel wurde und wird weiterhin abgepumpt für einen energetisch ineffizienten und klimaschädlichen Energieträger. Zur Frage wie dieses Defizit behoben werden soll, laufen mehrere Studien und Modellrechnungen. Der Mangel an Wasser ist allerdings schon jetzt spürbar und wird es auf Jahrzehnte bleiben.
Alle bisher diskutierten Ansätze der Staatsregierung setzen auf technische Lösungen, so wenn Tagebaufolgeseen zu Speichern oder Fluss-Überleiter gebaut werden sollen.
Aus unserer Sicht muss allerdings dafür gesorgt werden, dass die Tagebaurestlöcher Nochten und Reichwalde so klein wie nötig gehalten werden, um die Verdunstungsflächen so gering wie möglich zu halten. Denn diese sorgen für eine weitere negative Wasserbilanz. Des Weiteren muss dem Wasserrückhalt in der Fläche Priorität eingeräumt werden durch Entsiegelung, insbesondere von Industriebrachen. Dazu gehören auch Wiederaufforstung und Schutz der Wälder, Wiedervernässung von Mooren und natürliche Auenlandschaften. Die Ursachen für den Wassermangel müssen klar benannt werden, etwa dass Braunkohleabbau die Zukunft für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in der Region massiv einschränkt.“
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