Pinka zum Erdüberlastungstag: Wir leben derzeit so als hätten wir drei Erden zur Verfügung – Kapitalismus ist das Problem

Der 2. Mai ist der Erdüberlastungstag 2018. „Der Erdüberlastungstag beschreibt den Tag, an dem die nachhaltig nutzbaren Ressourcen eines Jahres verbraucht sind. Wäre der Ressourcenverbrauch der Weltbevölkerung so groß wie in Deutschland, dann hätte sie schon bis zu diesem Zeitpunkt die regenerierbaren Ressourcen verbraucht, die ihr für das gesamte Jahr zur Verfügung stehen. Um einen solchen Verbrauch nachhaltig zu decken, bräuchten wir drei Erden“, so die Umweltorganisation Germanwatch. Dazu erklärt Dr. Jana Pinka, Sprecherin für Umwelt- und Ressourcenpolitik der Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag:

Ab dem 2. Mai 2018 beanspruchen wir für den Rest des Jahres mehr natürliche Ressourcen –Landwirtschaftsfläche, Fischgründe und Wald – als uns rechnerisch zur Verfügung stehen. Laut dem Global Footprint Network lebt Deutschland so als hätten wir drei Erden zur Verfügung, die gesamte Weltbevölkerung bräuchte 1,7 Erden. Den größten Fußabdruck hat Deutschland durch seinen CO2-Ausstoß (3,24 in globalen Hektar/Person). Zudem nahm die versiegelte Fläche in den letzten 25 Jahren um mehr als 20 Prozent zu.

Bundes- und Landesregierung müssen gegensteuern! 300 Jahre nachdem der Freiberger Oberberghauptmann Carl von Carlowitz den Nachhaltigkeitsbegriff definiert hatte, verabschiedete die CDU/FDP-Koalition 2013 zwar eine „Sächsische Nachhaltigkeitsstrategie“. Die allerdings verbindet den wirtschaftlichen Fortschritt nicht ausreichend mit sozialer Gerechtigkeit und dem Schutz der natürlichen Umwelt. Auch die 2018 geplante Fortschreibung lässt wenig hoffen. Ich erwarte von der Staatsregierung einen Neuaufbau der Nachhaltigkeitsstrategie unter Beachtung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Erde. Dazu gehört es, den Wandel von der Braunkohleverstromung hin zu bezahlbarer und sauberer Energiegewinnung anzugehen.

Wir können nicht so weiterwirtschaften. Statt der Erde Ressourcen zu entnehmen, sie zu Produkten zu verarbeiten und diese nach kurzer Nutzung zu entsorgen, heißt die Devise Ressourcenschonung durch Entwicklung langlebiger und recyclingfähiger Produkte. Die Bevölkerung muss stärker dafür sensibilisiert werden, sorgsam mit Energie, Wasser und Lebensmitteln umzugehen, Müll zu vermeiden und die Natur zu schonen. Denn auch in punkto Bodenvergiftung, Insektensterben und Wasserverschmutzung ist es fünf vor Zwölf.

Der kapitalistische Zwang zum Wachstum um jeden Preis und auf Kosten der Natur schafft nicht nur Fluchtursachen, sondern untergräbt unsere Existenzgrundlage. Karl Marx hat schon vor 150 Jahren festgestellt, dass diese Produktionsweise „die Springquellen allen Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter“ (MEW 23, S. 529f). Ändern wir unsere Lebensweise!

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