Marika Tändler-Walenta: Alleinerziehende besser unterstützen – bei Kita-Öffnung und auch nach der Pandemie
Gestern diskutierte der Landtag den Antrag der Linksfraktion „Alleinerziehende brauchen in dieser besonderen Situation besondere Unterstützung: Alleinerziehende bei einer schrittweisen Öffnung von Kindertageseinrichtungen nach Stufenplan vorrangig berücksichtigen!“ (Drucksache 7/5233). Dazu sagt Marika Tändler-Walenta, Sprecherin der Linksfraktion für Kindertagesstätten:
„Die Pandemie wird uns noch länger begleiten. Wir brauchen auch für die Kitas einen Stufenplan auf wissenschaftlicher Grundlage, der sich an vorher festgelegten 7-Tage-Inzidenzwerten orientiert. Dabei sollten die Kinder Alleinerziehender bevorzugt berücksichtigt werden. Das sind rund zehn Prozent der zu betreuenden Kinder.
Alleinerziehende und ihre Kinder sind schließlich von der Corona-Pandemie besonders hart betroffen. Wie der Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zeigt, waren die Alleinerziehenden in Deutschland bereits vor der Krise mit 42,7 Prozent besonders häufig von Armut bedroht. Zudem leben 19 Prozent aller Alleinerziehenden mit ihren Kindern in überbelegten Wohnungen. Aus dem hohen Armutsrisiko trotz Erwerbstätigkeit folgt ein erhöhtes Risiko, sich zu verschulden oder sogar zu überschulden und auch im Alter nicht über die Runden zu kommen. Schließlich steht ihnen nur ein einziges Einkommen zur Verfügung, um die Familie durchzubringen. Wegfallende Kinderbetreuung, Einkommens- oder Jobverluste, fehlende Unterstützungsleistungen und beengter Wohnraum stellen besonders Alleinerziehende und ihre Kinder vor große Herausforderungen. Um diese Eltern zu entlasten, sollten die Kinder von der etwa 90.000 berufstätige Alleinerziehenden bei einer Wiederöffnung der Kitas bevorzugt berücksichtigt werden.
Alleinerziehende brauchen jedoch über die Pandemie hinaus Unterstützung. Dazu fordern wir ein landesweites Maßnahmenpaket. Wir begrüßen es, dass der Landtag unseren Antrag gestern zurück in die Ausschüsse verwiesen hat. Wir werden weiter Druck machen, damit die Staatsregierung den Alleinerziehenden hilft, und auch eine Sachverständigenanhörung zum Anliegen eines Maßnahmenpaketes anstoßen.“
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