Luise Neuhaus-Wartenberg, Vincent Seeberger: Auch Sachsen braucht Bildungszeit - und zwar fünf Tage pro Jahr!
Heute hörte der Wirtschaftsausschuss Sachverständige zum Volksantrag „5 Tage Bildungszeit für Sachsen“. Dazu erklärt Luise Neuhaus-Wartenberg, Sprecherin der Linksfraktion für Bildungspolitik:
„Ich kann nicht nachvollziehen, warum Sachsen als eines von nur zwei Bundesländern noch immer keinen Anspruch auf Bildungsfreistellung gewährt. Wir unterstützen den Volksantrag vollumfänglich. Fachkräftesicherung, Digitalisierung und Ehrenamt müssen gestärkt werden. Wir fordern die Koalition auf, den Volksantrag umzusetzen. Mehr als 55.500 Menschen aus Vereinen, Gewerkschaften und Initiativen in vielen Bereichen der Gesellschaft wie Sport, Kinder- und Jugendarbeit, Kultur, Bildung oder Feuerwehr tragen ihn mit.
Der Volksantrag fordert fünf Tage Bildungsfreistellung im Jahr und kommt mit wesentlich weniger Bürokratie aus als das, was CDU und SPD in ihrem Änderungsantrag vorschlagen. Sie wollen den Freistellungsanspruch überdies auf drei Tage pro Jahr begrenzen. Das wäre ein Fortschritt, aber Sachsen schlösse damit nicht zum Niveau der meisten anderen Bundesländer auf. Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund dafür, nur drei Tage zu gewähren.
Das Recht auf Bildung gilt lebenslang, unsere Gesellschaft braucht mehr statt weniger Weiterbildung. Damit die Beschäftigten dafür weder ihren Urlaub kürzen noch beim Chef betteln müssen, ist der Rechtsanspruch auf Bildungszeit nötig. Der Staat verlässt sich auch immer stärker auf ehrenamtliches Engagement, so in der Kinder- und Jugendarbeit, bei Feuerwehren, beim Sport oder in der politischen Bildung.“
Vincent Seeberger, Vorsitzender des Kinder- und Jugendrings Sachsen e.V., erklärt als Sachverständiger:
„Die Ausbildung von ehrenamtlichen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ist für unsere Tätigkeit in der Kinder- und Jugendarbeit unverzichtbar. Für die Juleica-Schulung sind 30 Stunden notwendig. Wir brauchen genug Zeit, um junge Menschen zu qualifizieren. Fünf Tage Bildungszeit sind nötig!
Der Kinder- und Jugendring Sachsen e.V. sichert die Betreuung von Kindern und Jugendlichen am Nachmittag oder in den Ferien. Das hilft auch den Eltern, die in der Zeit ihrer Erwerbsarbeit nachgehen können. Dafür sind gut geschulte Fachkräfte und ehrenamtliche Unterstützung notwendig.“
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