Luise Neuhaus-Wartenberg: Stolpersteine in Heidenau: Erinnerung darf nicht aus dem Alltag verschwinden

Der Heidenauer Stadtrat beriet gestern über einen interfraktionellen Antrag, nach dem künftig keine weiteren Stolpersteine im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich verlegt werden sollen. Unterzeichnet hatten den Antrag neben Mitgliedern der Bürgerinitiative Oberelbe auch drei Mitglieder der CDU-Fraktion, darunter deren Fraktionsvorsitzende, sowie fünf AfD-Stadträt*innen. Entgegen der Empfehlung der Stadtverwaltung entschied eine Mehrheit dem Antrag zu folgen.

Luise Neuhaus-Wartenberg, Sprecherin der Linksfraktion für Kultur und Gedenkkultur, erklärt:

„„Wir sind entsetzt über diese Entscheidung. Mit dem Verbot weiterer Stolpersteine im öffentlichen Bereich wird eine besondere Form des Erinnerns aus dem Alltag Heidenaus verdrängt. Stolpersteine machen die Namen und Lebensgeschichten der Opfer des Nationalsozialismus genau dort sichtbar, wo diese Menschen gelebt haben. Ein zentraler Gedenkort kann dieses dezentrale Erinnern ergänzen, aber niemals ersetzen. Dass sich eine Mehrheit des Stadtrates dennoch gegen weitere Stolpersteine entscheidet, ist ein schwerer Rückschritt für die Erinnerungskultur in Heidenau.
Dass die CDU gemeinsam mit der AfD dafür sorgt, Stolpersteine künftig pauschal aus Heidenaus Straßen fernzuhalten, ist ein fatales Signal. Wer das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ernst nimmt, darf ihre Namen nicht aus dem Alltag verdrängen.“

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