Luise Neuhaus-Wartenberg: Schulsozialarbeit im bundesweiten Vergleich - Sachsen ist qualitativ gut, allerdings zu Lasten der Fachkräfte
Zur heute vorgestellten landesbezogenen Auswertung der Studie „Schulsozialarbeit im bundesweiten Vergleich“ (SibV) der LAG Schulsozialarbeiten und der GEW Sachsen äußert sich die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Luise Neuhaus-Wartenberg:
„Die psychische Belastung von Schülerinnen und Schülern in Sachsen nimmt zu, die Abbruchquote an den Lehreinrichtungen sowie die Zahl der Schulverweigerungen steigen stetig.
Die Schulsozialarbeit, deren Qualität in Sachsen als gut eingeschätzt wird, ist einer der wichtigsten Faktoren an allen Schulformen zur Unterstützung junger Menschen im Lernalltag und darüber hinaus. Die sachsenspezifische Auswertung der Studie zeigt, dass eine langfristige Finanzierung und eine gesetzliche Verankerung sicherzustellen, richtig und wichtig ist. Diese Forderung der Linksfraktion teilen viele Fachkräften - laut Studie fast 25 Prozent zu knapp 8 Prozent im bundesweiten Durchschnitt. Ein deutliches Zeichen an die Staatsregierung, umgehend Abhilfe zu schaffen.
Auch die personelle Aufstockung und die jeweilige Zuständigkeit für nur einen Standort ist für die Fachkräfte, rund 37 Prozent der Interviewten, an den Schulen ein besonderes Anliegen. Seit vielen Jahren weisen wir darauf hin, dass für Schulsozialarbeit an allen Schulen feste Stellen nötig sind.
Die vielen jungen Fachkräfte brauchen langfristige Perspektiven, Planungssicherheit und die Möglichkeit in Teams zu arbeiten. Fast die Hälfte der Fachkräfte haben in den letzten 12 Monaten über einen Arbeitsfeldwechsel nachgedacht. Die Gründe liegen auf der Hand: Sie sind „Einzelkämpfer:innen“ an ihren Schulen, die emotionale Belastung ist hoch. Der Druck auf Grund von befristeten Arbeitsverträgen steigt. Hinzu kommt die fehlende Wertschätzung.
Wir beobachten diese Entwicklungen in Sachsen mit großer Sorge, denn die Landesfinanzierung für die Schulsozialarbeit stagniert. So ist es an den Trägern gezwungen, Drittmittel zu organisieren, wie es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage (Drucksache 8/524) heißt.
Es ist inakzeptabel, dass Schulsozialarbeit nur dort stattfindet, wo Landkreise, kreisfreie Städte und Kommunen es sich leisten können. Es braucht eine dauerhafte Finanzierung durch das Land. Wir werden uns im kommenden Haushalt wieder dafür stark machen.“
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