Luise Neuhaus-Wartenberg: Sachsen hat noch einen langen Weg vor sich, bis der Unterricht abgesichert ist
Zum Start des Schuljahres 2025/2026 sagt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Luise Neuhaus-Wartenberg:
„Der Kultusminister ergreift Maßnahmen, die wir seit langem vorgeschlagen haben – das erkennen wir an. Dennoch gibt es keine Anzeichen, dass besonders der Lehrkräfte-Mangel schnell behoben sein wird – heute ist weder der Lehrkraftberuf in Sachsen ausreichend ,attraktiv‘ noch das hiesige Angebot tatsächlich ,wettbewerbsfähig‘. Es ist eine gute Nachricht, dass inzwischen mehr Lehrkräfte zur Verfügung stehen als im letzten Schuljahr. Unser Land bleibt aber weit davon entfernt, den Schulunterricht absichern zu können, zumal die Zahl an Schülerinnen und Schülern gestiegen ist. Es kommt nach wie vor zu wenig Lehrkräfte-Nachwuchs an die Schulen. Noch immer fallen hunderttausende Schulstunden aus, viel zu viele junge Menschen bleiben ohne Schulabschluss. Die Oberschulen leiden besonders stark. Eine ehrliche Analyse der Ursachen würde allen Beteiligten helfen. Veränderungen erfolgen vor allem zulasten älterer Lehrkräfte, und Abordnungen werden auf absehbare Zeit in großem Umfang stattfinden. Sie sollten eigentlich die Ausnahme sein. Gemeinsame Problemlösungen, die mit allen Seiten entwickelt werden und dadurch zum nötigen Wohlwollen führen, fehlen weiterhin. Unser Land verdient eine neue Lernkultur, die junge Menschen auf die Zukunft vorbereitet und die Lehrkräfte nicht krank macht!
Wir werden ein Auge darauf haben, ob und wie die Empfehlungen aus dem Prozess ,Bildungsland Sachsen 2030‘ tatsächlich umgesetzt werden. Es sind echte Reformen notwendig, und das im laufenden Schulalltag – darunter deutlich mehr multiprofessionelle Teams, Schulsozialarbeit an allen Standorten und konsequente Digitalisierung. Das Lehramtsstudium muss stärker in die Regionen gebracht und praxisnäher werden. Die Lehramtsausbildung braucht dringend Veränderungen, die Studierende von Beginn an praxisnah auf den Schulalltag des 21. Jahrhunderts vorbereitet.
Ein attraktives Angebot wird Sachsen nur machen können, wenn moderne Bildungskonzepte mehr Raum bekommen. Die Zahl der Gemeinschaftsschulen, die längeres gemeinsames Lernen ermöglichen, ist immer noch winzig. Lediglich zwölf der 1.820 öffentlichen und freien Schulen entfallen auf diese Kategorie, das sind 0,006 Prozent. Wir wollen, dass mehr Gemeinschaftsschulen entstehen und die Familien die Schulart frei wählen können.“
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