Luise Neuhaus-Wartenberg: Kultusminister stellt Bedarfsprognose für Lehrkräfte vor – Spoiler: Seine Rechnung geht nicht auf
Zur Lehrkräftebedarfsprognose bis 2040 erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Luise Neuhaus-Wartenberg:
„Zahlen, Zahlen, Zahlen: Im Mittelpunkt der Lehrkräftebedarfsprognose steht, wie viele Schülerinnen und Schüler es geben wird. Insgesamt wird in einigen Jahren ein kräftiger Rückgang erwartet. Allerdings bleiben in der Prognose zahlreiche Faktoren unberücksichtigt, darunter die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte, Unterschiede zwischen Stadt und Land und auch das Kindeswohl. Unicef sieht Deutschland bei letzterem auf Platz 25. Das hat auch viel mit der Schulbildung zu tun.
Der Status Quo kann kein Maßstab sein: überlastete Lehrkräfte, außerdem Personalmangel bei Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, IT sowie Verwaltungsassistenz, ferner Kürzungen etwa bei den Ganztagsangeboten oder zu geringe Unterstützung bei der Inklusion setzen alle unter Druck. Keines dieser Probleme wird in der Prognose berücksichtigt. Wir fordern eine Lehrkräfteplanung, die das ganze Bild in den Blick nimmt – sonst geht die Rechnung des Kultusministers nicht auf.
Wie im Kita-Bereich sind sinkende Kinderzahlen eine historische Chance, um für bessere Betreuung zu sorgen. Die Staatsregierung darf nicht den Fehler wiederholen, lediglich auf Kosten zu schauen und jede Stelle zu streichen, bei der sich die Chance zu bieten scheint. Weitsicht ist gefragt! Die Zeiten, in denen hunderttausende Schulstunden ausfallen, müssen ein für alle Mal überwunden werden. Künftig müssen die Schulen auch Krankheit und Fortbildungen personell abpuffern können.“
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