Luise Neuhaus-Wartenberg: Gemkow gleichgültig gegenüber frauenfeindlichem Ausfall von Prof. Drygala – das ermutigt die Falschen
Der an der Uni Leipzig beschäftigte Jura-Professor Tim Drygala steht in der Kritik. In einem Posting auf der Plattform „X“ hatte er ein Portrait der Linken-Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek an seiner Kühlschranktür abgebildet. Man müsse „immer mit der Faust dagegen schlagen, damit sie richtig zu ist“ – das Bild solle ihn daran erinnern. Die hochschulpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Luise Neuhaus-Wartenberg, hat dazu bei der Staatsregierung nachgefragt und erklärt zu deren Antwort (Drucksache 8/4296):
„Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) zuckt mit den Schultern, genauso wie die Führung der Universität Leipzig. Es habe sich um eine private Meinungsäußerung gehandelt, die überdies nicht mehr online stehe. Diese Gleichgültigkeit ermutigt die Falschen. Wir haben es immerhin mit verbaler Gewalt gegen Frauen zu tun. Das können wir nicht dulden. Frauen sollen sich überall sicher fühlen, auch im universitären Umfeld!
Der Minister teilt gleichlautend mit der Universitätsleitung mit, man könne nur gegen private Social-Media-Postings einschreiten, wenn Dienstpflichten verletzt würden. ,Es wurden und werden dementsprechend Gespräche geführt, um das Bewusstsein für Diskriminierungsfreiheit zu stärken.‘ Das Ministerium und die Hochschule müssen für Transparenz sorgen, ob ein Gespräch mit Drygala in dieser Sache stattgefunden hat oder stattfinden soll. Darauf zu verzichten wäre ein Fehler – zurück bleibt dann schließlich der Eindruck der Narrenfreiheit. Der Post wird weiterverbreitet, wie der Urheber triumphierend mitteilt – etwa mithilfe einer obskuren Splitterpartei, die der Professor unterstützt. Für solche Fälle muss es eine verlässliche Vorgehensweise geben.
Manche Männer haben ein Problem mit selbstbewussten, erfolgreichen Frauen. Sie offenbaren dies auf unterschiedliche Weise. Gewaltfantasien sind allerdings keine Meinungen. Frauenfeindliche Gewalt in Wort oder Tat muss kritisiert werden. Das ist kein Ausdruck von Einschüchterung, sondern der nötige Widerspruch einer zivilisierten Gesellschaft!“
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