Luise Neuhaus-­Wartenberg: Das Schulsystem funktioniert, weil Menschen dauerhaft mehr leisten als sie leisten können - schnell entlasten!

Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Luise Neuhaus-Wartenberg, sagt zur Fachregierungserklärung „Sachsens Schulen zukunftssicher machen“:

„Das Schulsystem funktioniert vor allem deshalb, weil Menschen dauerhaft mehr leisten als sie leisten können. Dafür gebührt ihnen Respekt, aber der trägt kein System. Zahlen erzählen nichts von der Lehrerin, die zwischen Schulen pendelt, nichts von der Klasse, die ihre Bezugsperson verliert, nichts vom Vertrauensverlust. Es steht viel auf dem Papier, aber im Alltag kommt kaum etwas an.

Moderne Unterrichtskonzepte haben es schwer, die Entlastung durch Fachpersonal kommt kaum voran. Die Folge sind hohe Abbruchquoten in der Schule und im Lehramtsstudium. Praxis im Lehramtsstudium, Entlastung durch Verwaltungsassistenz, Schulsozialarbeit, Medienkompetenz, Kinderschutz, Demokratiebildung - all das kommt immer noch zu kurz. Auch Bildungsgerechtigkeit fehlt, obwohl der Kultusminister leise Zweifel am frühen Aussortieren nach der vierten Klasse sät. Der Volksantrag für die Gemeinschaftsschule ist sieben Jahre her, längeres gemeinsames Lernen trotzdem eine Ausnahme - auch das wollen wir ändern. Jedes Kind soll alles erreichen können!

In den Klassen sitzen Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Manche verstehen kaum ein Wort - und gelten als ,integriert‘, weil das DAZ-System (Deutsch als Zweitsprache) nicht an tatsächlichen Sprachkenntnissen ausgerichtet ist. In den Klassen sitzen Kinder, die Unterstützung brauchen, etwa durch Schulbegleitung. Eltern und Lehrkräfte arbeiten sich durch bürokratische Verfahren und am Ende landet auch das wieder bei der Lehrkraft. Wir haben uns daran gewöhnt, dass Schule alles leisten soll: Bildung, Erziehung, Integration, Demokratievermittlung, Konfliktlösung, Verwaltungsaufgaben - und neuerdings die Durchsetzung des Handyverbots.

Gleichzeitig fehlt Geld für Ganztagsbetreuung, Schulsozialarbeit, das Schulbudget. Was allerdings steigt, ist die Zahl rechtsextremer Vorfälle an Schulen: 2025 wurden 245 Fälle gemeldet, plus Dunkelziffer. Es ist höchste Zeit für mutige Schritte, die alle Beteiligten entlasten.“

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