Luise Neuhaus-Wartenberg: 2025 nur 642 Vollzeitstellen für Schulsozialarbeit, kaum mehr als im Vorjahr - nötig ist eine Vollzeitkraft für jede der sächsischen 1.400 Schulen!
Luise Neuhaus-Wartenberg, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, sagt zur Antwort auf ihre jüngste Anfrage zum Thema Schulsozialarbeit (Drucksache 8/5488):
„In Sachsen wird die Schulsozialarbeit weder verlässlich noch planbar finanziert. In vollem Umfang gefördert wird sie nur für Oberschulen. Die Zahl der Personalstellen ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr kaum gewachsen: Den fast 1.400 allgemeinbildenden Schulen in öffentlicher Trägerschaft standen nur etwa 642 Vollzeitäquivalente zur Verfügung. Das sind lediglich 28 Stellen und damit nur 4,5 Prozent mehr als 2024 (Drucksache 8/524).
Die Oberschulen gewannen etwa zehn Personalstellen hinzu - dort kamen zum Jahreswechsel etwa 341 Vollzeitäquivalente auf reichlich 291 Standorte. Die 163 Gymnasien hatten 2025 etwa 13 Vollzeitstellen mehr, die insgesamt knapp 75 Stellen reichen für die Zahl dieser Bildungseinrichtungen allerdings nicht aus. Die 174 Förderschulen besetzten Ende 2025 knapp 85 Vollzeitstellen, vier mehr als im Vorjahr, aber dennoch viel zu wenige. Die 757 Grundschulen büßten sogar mehr als drei Stellen ein - knapp 138 Vollzeitäquivalente decken den Bedarf auch dort nicht annähernd. Alle Schulen aller Arten brauchen mindestens eine volle Stelle für Sozialarbeit. Wenn wir das das im Haushalt 2027/2028 verankerten, wäre das ein großer Schritt hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit!
Die Landkreise und Träger der Schulsozialarbeit sollen den Geldmangel bislang mit Drittmitteln ausgleichen. An der Spitze steht der Landkreis Leipzig, der 2025 knapp eine halbe Million Euro dafür einwarb - überall sonst wurde kein oder nur wenig Geld akquiriert. 2024 hatten die Landkreise und kreisfreien Städte immerhin etwas mehr erreicht (Drucksache 8/524). Es ist ein Armutszeugnis, wenn die Kommunen oder gar private Träger aushelfen müssen, wo der Freistaat junge Menschen im Stich lässt. So hängen der Bildungsweg und die Zukunft der jungen Leute viel zu stark von den kommunalen Kassen ab.
Eine aktuelle Studie aus Passau zeigt, was Schulsozialarbeit leisten kann. Sie begleitet die Schülerinnen und Schüler nicht nur durch den Schulalltag, der für viele anstrengend und hart sein kann, sondern sie auch unterstützt bei der Prävention. So hilft Sozialarbeit dabei, Jugendkriminalität zu vermeiden, und verringert das Risiko, dass Schülerinnen und Schüler Klassen wiederholen müssen.“
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