Linksfraktion zu Besuch im Klinikum Sebnitz – gemeinsame Pressemitteilung
Im Rahmen unserer öffentlichen Fraktionssitzung am vergangenen Dienstag in Hohnstein hat eine Delegation der Linksfraktion auch das Klinikum im nahen Sebnitz besucht. Das Krankenhaus hat dazu eine mit uns abgestimmte Pressemitteilung herausgegeben:
PRESSEMITTEILUNG
Top-Thema Fachkräftemangel: DIE LINKE-Fraktionsmitglieder zum Vor-Ort-Gespräch in Sebnitzer Klinik
Schwerpunkte des Austauschs waren die gesundheitliche Versorgung in der ländlichen Region sowie die aktuelle Situation der sächsischen Asklepios Standorte in Sebnitz, Hohwald und Radeberg.
Sebnitz, 7. Juni 2018. „Am Klinikstandort Sebnitz soll dauerhaft festgehalten werden“. Das betonte Regionalgeschäftsführer Patrick Hilbrenner am Dienstag, 5. Juni beim Besuch von etwa zehn Mitgliedern und Mitarbeitern der Landtagsfraktion DIE LINKE in der Asklepios Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz. Bei dem etwa zweieinhalbstündigen Treffen, bei dem außerdem Geschäftsführerin Tina Winkler, der Chefarzt für Innere Medizin Dr. med. Andreas Müller, der stellvertretende Pflegedienstleiter Kai Gottfried sowie Vertreterinnen und Vertreter des Betriebsrates zum Austausch über die aktuellen Sorgen und Nöte in der Klinik aufgefordert waren, wurde schnell deutlich, dass insbesondere ein Haus der Grund- und Regelversorgung wie Sebnitz tagtäglich mit schwierigen Rahmenbedingungen kämpfen muss.
Thema Nummer eins sei der Fachkräftemangel. „Allein an den drei sächsischen Standorten Sebnitz, Radeberg und Hohwald fehlen 20 bis 30 Pflegekräfte“, sagte Hilbrenner. Mit dem Nachwuchs im ärztlichen Bereich gibt es ebenfalls ein Defizit. Junge Ärzte zu gewinnen sei schwierig, so Geschäftsführerin Tina Winkler. Nicht nur, dass es viel zu wenig Studienplätze gäbe, junge Mediziner wählten ihren Arbeitsplatz bevorzugt in Metropolregionen. Zukünftig würde es im Zuge der Diskussion um Mindestmengen auch bei einfachen Eingriffen sogar noch schwieriger werden, Nachwuchs zu rekrutieren, ergänzte Betriebsratsmitglied und ärztliche Leiterin der Notfallambulanz Annette Weise. Zudem verzögerten sich immer wieder Versuche, ausländische Kollegen ans Haus zu holen, u. a. weil Abschlüsse nicht anerkannt werden, berichtete Chefarzt Müller aus seiner Praxis.
Diese Entwicklung erfordere besonders in ländlichen Regionen ein Umdenken, denn die ambulante Versorgung sei damit gefährdet. Die Zahl der Hausarztpraxen werde wegen fehlender Nachfolger weiter sinken. Um eine bessere medizinische Versorgung auf dem Land sicherzustellen, fordert die Klinikleitung des Standortes Sebnitz, die sektoralen Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung aufzuheben. Kleinere Kliniken in ländlichen Regionen sollten zu Gesundheitszentren mit starkem ambulantem Leistungsangebot umgebaut werden.
Um die sächsischen Klinikstandorte für Fachkräfte attraktiver zu gestalten, hat die Klinikleitung bereits eigene Maßnahmen auf den Weg gebracht. Die körperliche und psychische Fitness ist die Grundvoraussetzung für einen reibungslosen Klinikablauf. Daher gibt es wie an jedem Asklepios-Standort bundesweit ebenso in Sebnitz, Hohwald und Radeberg einen Präventionsbeauftragten, der sich vor allem um die Gesundheitsförderung der Mitarbeiter kümmert und bestimmte Angebote wie Massagen konzipiert. Darüber hinaus erhalten Mitarbeiter einen Zuschuss für Kindergartenbeiträge oder können für ihre Sprösslinge in den Ferien kostenfrei das Angebot eines Sommerferiencamps nutzen, das gemeinsam mit dem ASB organisiert wird. Auch mit dem Angebot flexibler Arbeitszeitmodelle will man dem Fachkräfteproblem begegnen.
Um eigenen Pflegenachwuchs zu generieren, soll die Anzahl der Schüler an der hauseigenen Krankenpflegeschule am Standort Hohwald erhöht werden. „Außerdem bieten wir jedem Absolventen einen Arbeitsvertrag an“, erklärt Hilbrenner.
Die Klinikleitung sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machten deutlich, dass sie sich mehr Unterstützung auf politischer Ebene wünschen.
Susanne Schaper, Sprecherin der Linksfraktion für Sozial- und Gesundheitspolitik bedankte sich am Ende des Austauschs für den Einblick in die Situation des Sebnitzer Krankenhauses und bei der Geschäftsführung für das klare Bekenntnis zum Standort. Sie sicherte zu, das Besprochene mitzunehmen: „Die Häuser der Grund- und Regelversorgung brauchen Unterstützung von der Landes- und Bundespolitik. Die strikte Trennung zwischen ambulantem und stationärem Bereich ist ein Relikt aus dem vergangenen Jahrhundert. Es müssen mehr medizinische Versorgungszentren her. Die Staatsregierung muss dafür streiten, dass es wesentlich mehr Medizin-Studienplätze gibt, dass ausländische Qualifikationen von Ärzten und Pflegepersonal leichter anerkannt werden und die Kostenerstattung für Krankenhäuser stärker auf deren tatsächlichen Aufwendungen basiert. Wir werden diese Probleme weiter im Landtag zum Thema machen.“
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