Gebhardt: Kindertag als Familien-Feiertag in Sachsen – dafür sollte sich der Ministerpräsident einsetzen!
Zur Kritik des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) an Bestrebungen der Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen, einen neuen Feiertag am Reformationsfest einzuführen, erklärt Rico Gebhardt, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag:
Kretschmers Angst, ein Feiertag mehr könnte die deutsche Wirtschaft im internationalen Wettbewerb zu sehr belasten, ist völlig aus der Zeit gefallen. Tatsächlich haben die genannten Bundesländer neun Feiertage, das wirtschaftlich besonders starke Bayern dagegen 13. Sachsen liegt mit elf Feiertagen im Mittelfeld der Bundesländer, aber nur durch den bei uns arbeitsfreien Buß- und Bettag, der allerdings ausschließlich von den Beschäftigten selbst finanziert wird.
Es stünde Sachsen gut zu Gesicht, sich der Initiative aus den Reihen der Thüringer Regierungskoalition anzuschließen, einen Feiertag für die Familie einzuführen, der sich am Kindertag orientiert. Mehr Zeit für Familie ist ein Grundbedürfnis unserer Zeit. Mehr Zeit, um mit den Kindern zu spielen, brauchen nicht nur der Ministerpräsident und ich, sondern viele Menschen.
Ein solcher Feiertag wäre ein starkes Signal an die Familien in Sachsen. Und er passt als nichtkonfessioneller Feiertag zu einer Gesellschaft, die zu drei Vierteln nicht religiös, aber an humanistischen Werten des Zusammenlebens interessiert ist. In einer Zeit ständiger Arbeitsverdichtung und wachsenden Berufsstresses geht es nicht um weniger, sondern mehr Feiertage – Bayern macht Sachsen vor, dass das auch wirtschaftlich guttut.
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