Falken zum Bildungsmonitor: Der Schein trügt

Zum heute veröffentlichten Bildungsmonitor der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Cornelia Falken:

Pünktlich zum Wahlkampfendspurt in Sachsen publiziert die von der Wirtschaft finanzierte Initiative ihr Bildungsranking. Weil Sachsen im Ranking erneut vorn liegt, sonnen sich reihenweise Regierungspolitiker im Glanze des Ergebnisses und loben die Bildung im Freistaat über den grünen Klee. Ist ein Schelm, wer Arges dabei denkt? Eltern und ihre Kinder kämpfen gerade um die nötigen Ressourcen für einen halbwegs gesicherten Start ins neue Schuljahr.

Die soziale Benachteiligung, die in Sachsen so gering sein soll, hat hierzulande viele Gesichter. Das belegt, um doch einmal eine Studie heranzuziehen, der regelmäßig publizierte Chancenspiegel der Bertelsmann-Stiftung. Diesem zufolge gelangt Sachsen in den Bereichen Integrationskraft und Durchlässigkeit nur auf einen Platz im Mittelfeld. Und der Bildungserfolg hängt stark davon ab, in welcher Region Sachsens man aufwächst. In sozialökonomisch benachteiligten Stadt- bzw. Landesteilen (hohe Sozialhilfedichte u.a.) ist der Anteil von Abiturienten geringer; dafür liegt der von „bildungsarmen“ Schulabgängern ohne Schulabschluss (vor allem ausländischer Jugendlicher) dramatisch über dem Durchschnitt. (Landtags-Drucksache 6/898)

Fazit: Wer nicht in Ranglisten denkt, die doch nur einen Durchschnitt wiedergeben, und sich einen Blick für die Realität an den Schulen bewahrt hat, der sieht erheblichen Handlungsbedarf.

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