Wohnungsnot von Studierenden - „Geschäftsmodelle“ unterbinden und bezahlbaren Wohnraum schaffen
In Sachsen begann dieser Tage für mehr als 100.000 Studierende das neue Semester. Viele von ihnen sind neu am Studienort und auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung. Doch gerade in den Hochschulstädten ist der Wohnraum knapp und der Mietanstieg ist groß. Dazu kommen immer neue „Geschäftsmodelle“, mit denen aus der Wohnungsnot weiterer Profit erzielt wird. In Dresden betreibt das Studentenwerk 28 Wohnheime mit 5.730 Plätzen. Dafür gingen aktuell rund 3.000 Bewerbungen für 1.555 frei gewordene Plätze ein. Alleinlebende Studierende geben im Mittelwert, so eine Expertise des Paritätischen Gesamtverbandes, fast die Hälfte ihres verfügbaren Einkommens für das Wohnen aus. Bei einem mittleren Einkommen von 900 Euro und medianen Wohnkosten von 461 Euro bleiben ihnen so nur 439 Euro für den übrigen Lebensunterhalt.
Die Wohnungsnot in Leipzig, Dresden und anderen sächsischen Städten ist kein Naturgesetz. Sie betrifft auch die Studierenden. Nur ein Bruchteil von ihnen kann in Wohnheimen unterkommen. Die Kostenpauschale des BAföG für Miete hält mit der Realität auf dem sächsischen Wohnungsmarkt mit. Aktuell werden für Studierende, die nicht bei ihren Eltern leben, 380 Euro monatlich für die Unterkunft angesetzt - was nur in Chemnitz reicht. Die Anhebung auf 440 Euro ab dem Sommersemester 2027 ist geplant und richtig, löst das Problem aber nicht.
Wie alle Mietende haben auch Studierende einen praktischen Nutzen von der Förderung bezahlbarer Wohnungen sowie Instrumenten, die Mieten dämpfen und Verdrängung verhindern. Wir fordern deutlich mehr und zeitlich länger gebundene Sozialwohnungen sowie eine Förderung, die sich an den realen Einkommen der Menschen orientiert.
Wo bezahlbarer Wohnraum fehlt, machen sich Immobilienunternehmen die Not der Wohnungssuchenden zunutze, so etwa mit überteuerten, möblierten Minizimmern, den sogenannten Microapartments. Deshalb braucht es für Studierende einen Schutz vor solchen `Geschäftsmodellen´ - das ist eine Frage des politischen Wollens.
Die Staatsregierung muss auf die Bundesebene einwirken, damit die Mietpreisbremse auch bei möbliertem Wohnraum wirksam wird, die Möblierungskosten nachvollziehbar ausgewiesen und begrenzt werden. Zudem ist die Aussetzung der Mietpreisbremse durch befristete Verträge zu beenden.
Das sächsische Zweckentfremdungsrecht ist weiterzuentwickeln und die Kommunen bei dessen Durchsetzung unterstützen. Kommunen sollen gegen den dauerhaften Entzug von Wohnraum durch Kurzzeitvermietung eingreifen können und müssen.
Die Staatsregierung hat dafür sorgen, dass Wohnraum vor allem eines bleibt: Wohnraum. Statt auch hier die Knappheit zum `Geschäftsmodell´ für Übergewinne werden zu lassen, müssen mehr bezahlbare Wohnungen geschaffen werden.
Wohnungsnot bei Studierenden
In Sachsen studieren mehr als 100000 junge Menschen.
Viele suchen eine günstige Wohnung.
In den Städten ist der Wohnraum knapp.
Die Mieten steigen stark.
Manche verdienen mit der Not der Studierenden Geld.
Wohnheime in Dresden
Das Studentenwerk hat 28 Wohnheime.
Es gibt 5730 Plätze.
3000 Studierende bewerben sich für 1555 freie Plätze.
Viele Studierende finden keine Unterkunft im Wohnheim.
Hohe Wohnkosten
Studierende geben fast die Hälfte ihres Geldes für Miete aus.
Sie verdienen im Mittel 900 Euro im Monat.
Die Miete kostet 461 Euro.
So bleiben 439 Euro für Essen und andere Dinge.
BAföG und Miete
Das BAföG zahlt 380 Euro für Miete.
Das reicht nur in Chemnitz.
Ab 2027 soll die Miete auf 440 Euro steigen.
Das hilft, löst aber das Problem nicht.
Sozialwohnungen und Mieten
Studierende brauchen mehr Sozialwohnungen.
Sozialwohnungen sind günstig und für lange Zeit gebunden.
Die Mieten sollen nicht zu stark steigen.
Studierende brauchen Schutz vor hohen Mieten und Verdrängung.
Geschäftsmodelle mit Wohnraum
Manche Firmen vermieten kleine, teure Zimmer.
Diese Zimmer heißen Microapartments.
Studierende brauchen Schutz vor solchen Angeboten.
Das ist eine politische Aufgabe.
Mietpreisbremse und Schutz
Die Regierung soll die Mietpreisbremse verbessern.
Sie soll auch für möblierte Wohnungen gelten.
Die Kosten für Möbel sollen klar und begrenzt sein.
Befristete Verträge sollen die Mietpreisbremse nicht aushebeln.
Zweckentfremdungsrecht und Kommunen
Das Zweckentfremdungsrecht soll verbessert werden.
Die Städte sollen mehr Unterstützung bekommen.
Sie sollen gegen Kurzzeitvermietung vorgehen.
So bleibt mehr Wohnraum für Studierende.
Forderung an die Staatsregierung
Wohnraum soll Wohnraum bleiben.
Die Knappheit darf kein Geschäftsmodell sein.
Es müssen mehr günstige Wohnungen gebaut werden.
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