Wir werden das Polizeigesetz genau prüfen - als geeignete Ja-und-Amen-Fraktion findet die Koalition nur das BSW
Den Gesetzentwurf, auf den sich die Minderheitsregierung jetzt geeinigt hat, kennen wir bislang nur aus der Ferne, anhand der Einordnung durch den Innenminister. Dem Landtag liegt im Moment noch nichts vor. Sobald sich das geändert hat, wird die Linksfraktion den Gesetzentwurf im Detail auswerten - wie wir das schon mit dem Referentenentwurf gemacht hatten, der noch sehr weit von einer für uns als Linke beschlussreifen Vorlage entfernt war. Dazu hatte die Linksfraktion vor Weihnachten eine umfangreiche Stellungnahme mit viel Kritik, aber auch Anregungen zur Weiterentwicklung vorgelegt.
Wir sind gespannt, ob sich irgendetwas davon im neuen Entwurf wiederfindet. Wir haben Planken einzogen: Klar braucht die Polizei Befugnisse auf der Höhe der Zeit - aber bei den vorgesehenen KI-Instrumenten im Palantir-Stil stehen nicht nur uns die Haare zu Berge, sondern vermutlich auch allen anderen, denen die Verfassung und die Bürgerrechte etwas gelten. Bei der Ausrüstung mit Elektroschock-Tasern, dem Knacken verschlüsselter Messenger-Chats und der Drohnenüberwachung gegen „Handysünder“ am Steuer sind unsere Vorbehalte ebenfalls massiv. Das alles geht auf Kosten der Grund- und Freiheitsrechte - sie zu schützen ist jedoch eine Kernaufgabe der Polizei. Ungezielte, präventive Überwachung unbescholtener Bürgerinnen und Bürgern gehört nicht dazu.
Wir haben in der Zwischenzeit von der Koalition leider nichts gehört, was unsere Bedenken irgendwie abmildert. Wir fragen uns umso mehr, mit wem die Koalition die Novelle durchs Parlament tragen will. Am besten geeignet wäre irgendeine „Ja-und-Amen-Fraktion“, und da fällt uns nur das BSW ein. Deren auffällig kurze Stellungnahme zum Referentenentwurf war alles andere als ambitioniert, um es freundlich auszudrücken.
Ungeachtet dessen steht die Linke bereit, diejenigen Änderungen am bestehenden Polizeivollzugsdienstgesetz mitzutragen, die der Sächsische Verfassungsgerichtshof verlangt, weil für etliche bestehende Befugnisse die Eingriffsschwelle viel zu tief liegt. Das vor inzwischen mehr als zwei Jahren ergangene Urteil hatten wir gemeinsam mit den Grünen erwirkt, und es enthält ein scharfes Ultimatum: Viele Befugnisse fallen komplett weg, wenn das Gesetz nicht bis zur Jahresmitte 2026 auf dem Boden der Grundrechte steht. Das aber ist der Minderheitskoalition offensichtlich kein Anliegen - sonst wäre das schon längst passiert.
Die Linksfraktion prüft das neue Polizeigesetz genau.
Der Gesetzentwurf liegt dem Landtag noch nicht vor.
Die Linksfraktion will den Entwurf genau lesen, wenn er da ist.
Die Linksfraktion hat schon eine Stellungnahme zum alten Entwurf geschrieben.
Sie hat viel Kritik und Vorschläge gemacht.
Sie will sehen, ob der neue Entwurf besser ist.
Polizei braucht Rechte
Die Polizei braucht neue Rechte.
Aber die Linksfraktion hat große Sorgen bei neuen Mitteln.
Sie findet die geplanten Computer-Programme gefährlich.
Auch Elektroschock-Geräte, das Öffnen von verschlüsselten Nachrichten und Drohnen sind problematisch.
Diese Mittel können die Grund-Rechte verletzen.
Die Polizei soll die Grund-Rechte schützen.
Sie soll nicht alle Menschen ohne Grund überwachen.
Koalition und BSW
Die Koalition sagt nichts zu den Sorgen der Linksfraktion.
Die Linksfraktion fragt, wer das Gesetz im Landtag unterstützt.
Sie denkt, nur die Partei BSW stimmt zu.
Die BSW hat wenig Kritik am alten Entwurf geschrieben.
Gesetz muss Grundrechte achten
Die Linksfraktion will Änderungen am Polizeigesetz mittragen.
Der Verfassungs-Gerichtshof hat das verlangt.
Viele Rechte der Polizei sind zu weit gegangen.
Das Urteil ist schon mehr als 2 Jahre alt.
Das Gesetz muss bis Mitte 2026 geändert sein.
Die Minderheits-Regierung hat das noch nicht gemacht.
Die Linksfraktion findet das schlecht.
Sie will, dass das Gesetz die Grund-Rechte schützt.
Diesen Beitrag teilen!
Du hast Fragen
oder möchtest einfach reden?
Fraktion Die Linke
im Sächsischen Landtag
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden, Sachsen
Telefon 0351 4935800
E-Mail linksfraktion@slt.sachsen.de
Oder schreibe uns auf unseren Social-Kanälen: