Wasser zurückhalten statt ableiten

Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch hat im Landtag eine Fachregierungserklärung abgegeben. Ihr Titel: „35 Jahre Wasserwirtschaft im Freistaat Sachsen. Erreichter Stand und zukünftige Aufgaben“. Das klingt nach einer Erfolgsgeschichte. Doch die Wasserversorgung steckt in einer tiefen Krise.

Vieles wurde seit 1990 auf- und ausgebaut, darunter Talsperren, Kanäle, Kläranlagen, das Versorgungsnetz. Trotzdem steckt die Wasserversorgung in einer tiefen Krise, weil Probleme seit langem nicht gelöst werden. Weiter dominiert die alte Denkweise: Wasser schnell abführen. In Zeiten der Klimaerhitzung muss aber gelten: Wasser kontrolliert zurückhalten! Wir erleben längere Trockenheit, Grundwasserstände sinken und Starkregen kommt öfter. Trotzdem werden weiter Flächen versiegelt und Gewässer begradigt. Folglich trocknen Flüsse im Sommer aus und treten bei Starkregen über die Ufer.

Wir müssen mehr Wasser in Böden, Auen, Stadtquartieren und Talsperren zurückhalten. Trinkwasserversorgung, Abwasserbehandlung und der natürliche Wasserhaushalt gehören zusammen. Das muss bei Planung und Baumaßnahmen stets berücksichtigt werden! Intakte Flüsse, gesunde Auen und funktionierende Grundwasserleiter sind die Grundlage unserer Wasserversorgung. Das ist nicht bloß „Naturschutz“: Wasser ist ein Menschenrecht und ein Gemeingut. Die Aufgabe der Politik ist es, Wasser zu organisieren und zu schützen - und zwar für alle, nicht nur für diejenigen, die sich steigende Gebühren leisten können.

Die Probleme in den Wassersystemen verursachen Kosten, die jene des Strukturwandels in den Kohlerevieren noch übertreffen könnten. Ursachen sind Kapazitätserweiterungen, Klimaanpassung, zusätzliche gesetzliche Anforderungen und der Sanierungsstau. Wasserwirtschaft, Stadtentwicklung, Landwirtschaft, Industriepolitik und Naturschutz müssen sektorübergreifend geplant und reguliert werden. Mit gesetzlichen Anpassungen wollen wir gute Projekte beschleunigen und Verfahren vereinfachen, ohne Umweltstandards zu senken. Das Leitbild der Schwammstadt und einer blau-grünen Infrastruktur muss konsequent in Bauleitplanung und Raumentwicklung integriert werden. Der Freistaat muss rechtliche und finanzielle Grundlagen für Regenwasserrückhalt, Entsiegelung, Verdunstungskühlung sowie grüne und blaue Korridore schaffen. Flächen müssen entsiegelt, Renaturierungsflächen gesichert und Auen wieder angebunden werden. Bezahlen müssen das diejenigen, die Wasser für wirtschaftliche Zwecke nutzen und verschmutzen: Industrie, Konzerne, Landwirtschaft.

Wasser zurückhalten

 

Das Wasser muss zurückgehalten werden.

Nicht schnell abgeleitet werden.

 

Wasserversorgung in Sachsen

 

Die Wasserversorgung hat große Probleme.

Viele Anlagen wurden gebaut.

Die Probleme sind aber nicht gelöst.

 

Probleme durch Klima

 

Es gibt mehr Trockenheit und Starkregen.

Flüsse trocknen im Sommer aus.

Flüsse treten bei Starkregen über die Ufer.

 

Wasser speichern

 

Wasser muss in Böden und Talsperren bleiben.

Auch in Stadt-Gebieten muss Wasser gespeichert werden.

Trinkwasser und Abwasser gehören zusammen.

 

Wasser und Natur

 

Gesunde Flüsse und Auen sind wichtig.

Sie helfen bei der Wasserversorgung.

Wasser ist ein Menschen-Recht und Gemein-Gut.

 

Politik und Wasser

 

Die Politik muss Wasser schützen.

Wasser gehört allen Menschen.

Nicht nur denen, die viel Geld haben.

 

Kosten und Planung

 

Die Probleme kosten viel Geld.

Mehr als der Struktur-Wandel in den Kohle-Gebieten.

Viele Bereiche müssen zusammenarbeiten.

 

Gesetze und Bauplanung

 

Gesetze sollen Projekte schneller machen.

Umwelt-Regeln bleiben wichtig.

Die Schwamm-Stadt und grüne Flächen sind wichtig.

 

Maßnahmen für Wasser

 

Flächen müssen entsiegelt werden.

Renaturierung und Auen-Anbindung sind wichtig.

Industrie und Landwirtschaft zahlen für Wasser-Schutz.

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