VW-Chef bei Betriebsversammlung in Zwickau: Drei von Oliver Blumes Fingern zeigen auf ihn selbst
Am morgigen Mittwoch findet im Zwickauer VW-Werk eine außerordentliche Betriebsversammlung statt, zu der auch Vorstandschef Oliver Blume erwartet wird. Am Donnerstag treten die Belegschaften in Chemnitz und Dresden zusammen. Der Betriebsrat musste die Konzernführung zwingen, sich den Belegschaften und deren Fragen zu stellen. Das spricht Bände.
Die katastrophale Krisenkommunikation auch in Richtung der eigenen Leute hat nichts als Wut und Angst produziert. Das ist eine Schande, zumal die Beschäftigten längst ihren Teil zur Kostensenkung beitragen. Der VW-Chef zeigt jetzt auf die Belegschaft und fordert, „alle“ müssten „mitziehen“. Drei seiner fünf Finger zeigen dabei auf ihn selbst. Das Management muss seinen Job machen und die vielen Millionen an Gehalt und Boni mit einer Strategie rechtfertigen: Mit welchen Modellen zu welchen massentauglichen Preisen will man an die Erfolge aus dem Golf-Zeitalter anknüpfen? Das ist doch die eigentliche Frage.
Stattdessen bereitet man offensichtlich vor, das im Vergleich hoch produktive Zwickauer Werk weiterhin nicht annähernd auszulasten. So erzeugt man jene „Kostengründe“, die es eines Tages rechtfertigen sollen, nach mehr als 120 Jahren Automobilbau in Zwickau alle Lichter auszuknipsen. Was zwei Weltkriege und die deutsche Teilung nicht vermochten, hätte diese Führungsriege dann geschafft. Der Platz in den Geschichtsbüchern wäre ihr sicher!
Eine Schließung des Zwickauer Werks würde dem sächsischen Südwesten immens schaden, zahllose Zulieferer wären betroffen. Der Standort wurde mit erheblichem Aufwand und für mehr als eine Milliarde Euro zur Vorzeigefabrik für Elektromobilität umgebaut. Auch diesen Wandel haben die Beschäftigten mit Entbehrungen bezahlt, und sie erhalten immer noch keine Planungssicherheit. VW schüttet indes weiter Milliarden an Dividenden an Aktionärinnen und Aktionäre aus, vor allem an die überreichen Eigentümerfamilien.
Wir fordern die Konzernleitung auf: Arbeitsplätze vor Rendite! Das Zwickauer Werk und auch die Chemnitzer Fertigung müssen erhalten bleiben. Die Transformation muss mit den Beschäftigten und nicht gegen sie erfolgen. Unsere Solidarität gilt den Kolleginnen und Kollegen, ob in Emden oder Hannover, ob in Neckarsulm oder Zwickau.
Betriebsversammlung bei VW
Am Mittwoch ist eine Betriebsversammlung im VW-Werk Zwickau.
Der Chef Oliver Blume kommt auch.
Am Donnerstag sind Versammlungen in Chemnitz und Dresden.
Kritik an der Konzernführung
Der Betriebsrat hat die Führung zu den Versammlungen gezwungen.
Die Führung stellt sich den Fragen der Beschäftigten.
Die Kommunikation war schlecht und hat Angst gemacht.
Die Beschäftigten haben schon viel zur Kostensenkung getan.
Der Chef sagt, alle müssen mitmachen.
Er zeigt mit drei Fingern auf sich selbst.
Forderung an das Management
Das Management muss seine Arbeit machen.
Es bekommt viel Geld und Boni.
Es muss zeigen, wie es neue Autos baut.
Die Autos müssen gut und günstig sein.
Probleme im Werk Zwickau
Das Werk Zwickau arbeitet nicht voll.
Das soll Kosten sparen.
Das Werk könnte bald geschlossen werden.
Das wäre schlecht nach 120 Jahren Auto-Bau.
Eine Schließung schadet der Region.
Viele Zulieferer sind betroffen.
Das Werk wurde für mehr als 1 Milliarde Euro umgebaut.
Die Beschäftigten haben viel dafür getan.
Forderungen an VW
Wir wollen Arbeits-Plätze vor Gewinn.
Das Werk Zwickau und Chemnitz müssen bleiben.
Der Wandel muss mit den Beschäftigten passieren.
Wir sind solidarisch mit allen Beschäftigten bei VW.
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