Sachsens Polizei beschafft immer mehr Drohnen, doch die meisten liegen nur herum - keine Einsatzstrategie erkennbar
Sachsens Polizei setzt immer stärker auf Drohnen. So ist die polizeiliche Drohnen-Flotte 2025 gewachsen: Sie umfasst jetzt 56 Geräte, so viele wie noch nie. Im Jahresverlauf wurden 13 Geräte neu angeschafft. Es kam zu 455 Aufstiegen mit einer Gesamtflugzeit von 35.800 Minuten. Zieht man Trainingsflüge und Öffentlichkeitsarbeit ab, bleiben 353 „echte“ Polizeieinsätze mit 25.752 Flugminuten.
Die Bedeutung der offiziell so genannten Unbemannten Luftfahrtsysteme (ULS) ist weiter gewachsen. 2024 gingen 242 Polizeieinsätze mit Drohnenflügen einher, 2023 nur 135. Seither hat sich auch die Zahl der speziell geschulten Drohnenpilotinnen und -piloten vervielfacht, aktuell gibt es 88 „Bedienungsberechtigte“. Zum Einsatz kommen Drohnen bei einer großen Bandbreite von Einsätzen, von der Unfallaufnahme und Verkehrsüberwachung über Vermisstensuche und Tatortarbeit bis zur Brandursachenermittlung. Hier ist der Nutzen ohne weiteres erkennbar.
Was aber auffällt: Immer häufiger werden Fußballspiele beobachtet. 2025 war das bei 32 Begegnungen der Fall, 2024 waren es 28 gewesen. Es handelt sich faktisch um Überwachung, die immer regelmäßiger vorgenommen wird und bei der immer mehr Fans in den Blick geraten - obwohl sie meistens unbescholten sind. Zugleich kamen Drohnen bei neun Versammlungen zum Einsatz, auch das ist eine Zunahme (2024: sechs). Die Frage ist: Wann lässt die Polizei eine Drohne fliegen und wann nicht? Das ist unklar. Denn eine Strategie der Polizei, Drohnen so zu nutzen, dass sie der öffentlichen Sicherheit bestmöglich zugutekommen, können wir nicht erkennen.
Auch bei der Wirtschaftlichkeit sehen wir Fragezeichen. Zwar sind Drohnen deutlich flexibler und preisgünstiger als Hubschrauber. Eine Flugstunde mit einem Polizei-Helikopter schlägt momentan mit 9.844,32 Euro zu Buche - eine Steigerung von 30 Prozent in nur einem Jahr, Personal nicht mitgerechnet. Doch bei den Drohnen fehlt offenbar jegliche Bedarfsplanung. So gibt es für den immer stärkeren Ausbau des ULS-Flugparks keinen nachvollziehbaren Grund. Wie die jüngsten Daten zeigen, werden nur 16 Geräte - weniger als ein Drittel des Gesamtbestands - überhaupt für Einsätze benötigt. Auf der anderen Seite hebt ein Teil der Flotte nie ab. Es ergibt keinen Sinn, dafür Geld zu verpulvern.
Drohnen bei Sachsens Polizei
Sachsens Polizei hat 56 Drohnen im Jahr 2025.
Das sind 13 Drohnen mehr als im Jahr davor.
Die Drohnen flogen 455 Mal.
Die Flugzeit war 35.800 Minuten.
353 Flüge waren echte Einsätze.
Einsätze und Piloten
2024 gab es 242 Einsätze mit Drohnen.
2023 waren es 135 Einsätze.
Es gibt 88 geschulte Drohnen-Pilotinnen und Piloten.
Drohnen helfen bei Unfällen und bei der Suche nach Vermissten.
Sie helfen auch bei der Arbeit an Tatorten und bei Bränden.
Überwachung bei Fußball und Versammlungen
Drohnen beobachten oft Fußballspiele.
2025 waren es 32 Spiele, 2024 waren es 28.
Drohnen überwachen viele Fans, die nichts falsch machen.
Drohnen flogen auch bei 9 Versammlungen, 2024 waren es 6.
Keine klare Einsatz-Strategie
Die Polizei sagt nicht, wann sie Drohnen einsetzt.
Es gibt keine klare Strategie für Drohnen-Einsätze.
Wir können nicht sehen, wie Drohnen der Sicherheit helfen sollen.
Kosten und Nutzung der Drohnen
Drohnen sind billiger als Hubschrauber.
Eine Flug-Stunde mit einem Hubschrauber kostet 9.844 Euro.
Nur 16 Drohnen werden oft für Einsätze gebraucht.
Viele Drohnen fliegen nie.
Es ist schlecht, Geld für Drohnen zu verschwenden, die nicht fliegen.
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