Sachsen muss die Krankschreibungs-Pläne der Bundesregierung ablehnen!
Der Koalitionsausschuss von CDU, CSU und SPD hat beschlossen, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Zudem will die Koalition eine Pflicht einführen, wonach die Beschäftigten bereits ab dem ersten Krankheitstag eine Arztpraxis aufsuchen müssen, um eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu erhalten. Die Linksfraktion fordert die Staatsregierung mit einem neuen Antrag auf, diesen Plänen auf der Bundesebene nicht zuzustimmen.
Wer sich krank fühlt, muss sich bald um einen Arzttermin kümmern und den mitunter langen Weg zur Praxis auf sich nehmen, statt auszuruhen. Das kann Erkrankungen verschlimmern oder die Genesung verzögern. Das gilt vor allem bei Fieber, Migräne oder Magen-Darm-Infekten. So stellen der Bundeskanzler und seine Regierung Millionen Beschäftigte unter Generalverdacht. Sie laden den überlasteten hausärztlichen Praxen unnötige Arbeit und Bürokratie auf. Das gefährdet die Versorgung: Termine werden noch knapper, wenn die Praxen wieder Fälle bearbeiten müssen, in denen ein paar Tage Bettruhe ausreichen. Obwohl dann keine Behandlung notwendig wäre, verursachen zusätzliche Arztkontakte unnötigen Aufwand und Kosten. Wir mögen noch gar nicht an die nächste Erkältungssaison denken. Auch der Druck auf Notfallaufnahmen und Bereitschaftsdienste dürfte weiter zunehmen. Außerdem steigt die Ansteckungsgefahr im Wartezimmer, wenn die Regierung vermeidbare Kontakte erzwingt. Manche Beschäftigte werden auch krank zur Arbeit erscheinen, wo sie weitere Menschen anstecken und so den Krankenstand erhöhen können.
Die ärztlichen Verbände laufen zu Recht Sturm gegen die Pläne. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung kritisiert: „Es grenzt an Irrsinn, aber¬tausende Menschen zusätzlich in die Praxen zu jagen für das reine Ausfüllen von Zetteln. Wer hustet, eine Magen-Darm-Infektion hat, gehört ins Bett - und nicht in die übervolle Praxis.“ Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen zerstört die Illusion, so den Krankenstand zu senken: „Zudem verlängern sich unter Umständen die Ausfallzeiten, wenn Ärzte eine Arbeitsunfähigkeit bereits am ersten Tag attestieren müssen, statt den kurzfristigen Krankheitsverlauf abzuwarten.“ Und der Hausärztinnen- und Hausärzteverband erklärt: „Ohne jegliche Evidenz nimmt die Koalition die komplette Überlastung unserer Praxen billigend in Kauf. […] Während sich die Infektfälle, die nur ein, zwei Tage im Bett gebraucht hätten, in unseren Wartezimmern stapeln, werden die dringlichen Fälle warten müssen, weil wir nicht hinterherkommen!“
Fazit auch für uns Linke: Der Freistaat muss die Pläne ablehnen, die zwar gut gemeint sein mögen, aber nur Schaden anrichten. Sie erinnern an eine Fabel von Jean de La Fontaine: Darin schließen sich ein Bär und ein alter Gartenliebhaber zusammen, um ihre Einsamkeit zu überwinden. Als sich eine Fliege aufs Gesicht des schlafenden Gärtners setzt, will der Bär die Fliege verjagen und seinem Freund helfen. Er wirft einen Stein nach der Fliege und tötet so auch den Gärtner - daher die Redewendung „Bärendienst“.
Krankschreibung in Sachsen
Die Bundesregierung will die telefonische Krankschreibung abschaffen.
Beschäftigte müssen ab dem ersten Krankheitstag zum Arzt gehen.
Sie brauchen eine Arbeits-Unfähigkeits-Bescheinigung vom Arzt.
Gefahr für Kranke
Kranke müssen zum Arzt gehen, auch wenn sie Ruhe brauchen.
Das kann die Krankheit schlimmer machen.
Das gilt bei Fieber, Migräne und Magen-Darm-Infekten.
Die Regierung verdächtigt alle Beschäftigten.
Die Arzt-Praxen bekommen mehr Arbeit und Bürokratie.
Das macht Termine noch knapper.
Viele brauchen nur Bettruhe und keine Behandlung.
Zusätzliche Arzt-Besuche kosten Zeit und Geld.
Die nächste Erkältungs-Saison wird schwer.
Notfall-Aufnahmen und Bereitschafts-Dienste werden mehr belastet.
Im Warte-Zimmer steigt die Ansteckungs-Gefahr.
Kranke gehen manchmal krank zur Arbeit und stecken andere an.
Ärztliche Kritik
Ärztliche Verbände sind gegen die Pläne.
Die Kassen-Ärztliche Bundes-Vereinigung sagt: Viele Menschen müssen nur Zettel ausfüllen.
Kranke sollen im Bett bleiben und nicht zum Arzt gehen.
Die Kassen-Ärztliche Vereinigung Sachsen sagt: Die Pläne senken den Kranken-Stand nicht.
Die Ausfall-Zeiten können länger werden.
Ärzte müssen den Krankheits-Verlauf abwarten.
Der Haus-Ärzte-Verband sagt: Die Praxen werden überlastet.
Die dringenden Fälle müssen warten.
Die Warte-Zimmer sind voll mit leichten Fällen.
Fazit für Sachsen
Sachsen soll die Pläne ablehnen.
Die Pläne sind gut gemeint, aber schaden mehr.
Sie sind wie ein Bärendienst.
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