Pflegende und Gepflegte können keine neuen Sorgen gebrauchen - entlasten statt kürzen!

Zum Internationalen Tag der Pflegenden hat die Linksfraktion das Thema „Pflegende geben alles, Gepflegte verdienen Würde. Sie brauchen keine neuen Sorgen, Herr Merz!“ auf die Tagesordnung der Plenarsitzung gesetzt.

Pflege ist eine Profession, die Wissen, Verantwortung und Kompetenz verlangt. Auch heute danken wir allen Pflegenden. Wir fordern für sie und für alle Gepflegten politische Priorität. Sachsens Bevölkerung ist im Bundesvergleich eine der ältesten, die Zahl der Pflegebedürftigen hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Fast 90 Prozent dieser 350.000 Menschen werden zu Hause von Angehörigen betreut. Pflegebedürftigkeit betrifft aber nicht nur Ältere Menschen, sondern sie kann alle treffen - auch durch Unfall oder eine Erkrankung.

Die Bundesregierung lässt Menschen mit Pflegebedarf, ihre Angehörigen und die Fachkräfte im Stich. Knapp 3.000 Euro monatlich kostet ein Heimplatz in Sachsen, Tendenz steigend. Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, werden so zum Sozialfall. Das ist ungerecht. Die Angehörigen jonglieren Pflege, Beruf, Kinder und Haushalt. Viele reduzieren ihre Arbeitszeit oder geben ihren Job auf, das Pflegegeld gleicht das nicht aus. Es drohen Erschöpfung, Einsamkeit und Altersarmut. Gleichzeitig wächst die Belastung der Pflegekräfte: Überstunden, Schichtarbeit, minutiös getaktete Versorgung, kaum Zeit für Nähe, Bürokratie und permanente Verantwortung, körperliche Belastung und die tägliche Konfrontation mit Schmerzen, Einsamkeit und Tod.

Und wie reagiert die Bundesregierung? Mit Kürzungen. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll die Vergütungen in der häuslichen Krankenpflege deckeln. Tarifsteigerungen sollen nicht refinanziert werden. Auch die Pflegebudgets in den Kliniken sollen begrenzt werden – unabhängig vom Bedarf. Mit Stabilisierung hat das nichts zu tun. Die Pflegereform setzt noch einen drauf: Zuschüsse zu den Eigenanteilen fürs Pflegeheim sollen erst später fließen, die Zugangsvoraussetzungen für die Pflegegrade 1 bis 3 sollen verschärft werden. Andere Berechnungsgrundlagen ändern aber nichts am Bedarf: Niemand wird so mobiler, orientierter oder kann wieder alleine duschen und essen.

Es ist wichtig, Pflegebedürftige zu entlasten. Wir dürfen aber die Pflegefachkräfte nicht vergessen: Sie verdienen tarifgebundene Löhne auf Westniveau, weniger Bürokratie, bessere technische Unterstützung, mehr Fort- und Weiterbildungsangebote, Möglichkeiten für akademische Ausbildung und mehr pflegerische Kompetenzen. Die pflegenden Angehörigen brauchen eine Freistellung vom Beruf mit Rückkehrrecht, Entgeltersatzleistungen und eine bessere Anrechnung von Pflegezeiten auf die Rente. Gute Pflege braucht Zeit und kostet Geld. Eine menschenwürdige Versorgung ist möglich, indem wir eine solidarische Vollversicherung schaffen, in die alle gerecht einzahlen - in voller Höhe auch für enorme Einkommen.

Gepflegte brauchen Würde.
Sie brauchen keine neuen Sorgen.

Pflege in Sachsen

Sachsen hat viele alte Menschen.
Die Zahl der Pflegebedürftigen ist groß.
Fast 90 Prozent werden zu Hause gepflegt.
Pflege betrifft auch junge Menschen nach Unfall oder Krankheit.

Probleme der Pflege

Ein Heimplatz kostet 3.000 Euro im Monat.
Viele Menschen können das nicht bezahlen.
Angehörige pflegen oft zu Hause.
Sie haben wenig Zeit für Arbeit und Familie.
Pflegende sind oft müde und einsam.

Pflegekräfte arbeiten viel und schwer.
Sie haben wenig Zeit für Nähe.
Sie erleben oft Schmerzen und Tod.

Regierung spart bei Pflege

Die Regierung will weniger Geld für Pflege geben.
Löhne sollen nicht mehr steigen.
Pflegebudgets in Kliniken sollen begrenzt werden.
Zuschüsse für Pflegeheime kommen später.
Zugang zu Pflege soll schwerer werden.

Was Pflegekräfte brauchen

Pflegekräfte brauchen gute Löhne.
Sie brauchen weniger Bürokratie.
Sie brauchen gute Technik und Schulungen.
Sie brauchen mehr Ausbildungsmöglichkeiten.

Was pflegende Angehörige brauchen

Angehörige brauchen Zeit für Pflege und Beruf.
Sie brauchen Geld vom Staat.
Pflegezeiten sollen auf die Rente zählen.

Gute Pflege kostet Geld

Gute Pflege braucht Zeit und Geld.
Alle Menschen sollen gerecht für Pflege zahlen.
So kann Pflege für alle gut sein.

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