Mittleres Monatseinkommen in Sachsen knapp 800 Euro unter Westniveau - Vergabegesetz ändern, Tarifbindung erhöhen!

Seit 35 Jahren ist Deutschland wiedervereinigt - auf staatlicher Ebene. In vielen Bereichen gibt es aber noch keine Einheit, sondern Ungerechtigkeit. So erhalten die ostdeutschen Vollzeitbeschäftigten brutto immer noch 17 Prozent weniger Geld als ihre Kolleginnen und Kollegen in den alten Bundesländern. Diese und weitere Zahlen hat die Bundestagsfraktion der Linken beim Statistischen Bundesamt erfragt (Download). Die Daten für Sachsen geben keinerlei Anlass, zufrieden zu sein.

Das mittlere Einkommen in Sachsen liegt monatlich 683 Euro brutto unter dem Bundesniveau und sogar 797 Euro unter dem Westniveau. Das ist ungerecht! Es ist höchste Zeit für den Ausgleich, zumal viele Preise immer weiter erhöht werden. Hunderttausende Menschen gehen fleißig arbeiten und schaffen es trotzdem kaum, die alltäglichen Ausgaben zu bezahlen. Von der Regierung in Bund und Land kommen anstelle der nötigen Wertschätzung eher Vorwürfe, die Leute würden zu wenig arbeiten.

Ein wichtiger Einflussfaktor ist die Tarifbindung. Das mittlere Einkommen der tarifgebundenen Vollzeitbeschäftigten erreicht in Sachsen immerhin das Bundesniveau. Das Westniveau ist freilich noch etwas höher. Wer aber nicht durch einen Tarifvertrag geschützt ist, geht mit einem viel geringeren Einkommen nach Hause. Deshalb wollen wir die Tarifbindung erhöhen. Tarifverträge sollten leichter allgemeinverbindlich werden. Der gesetzliche Mindestlohn muss vor Armut schützen, auch im Alter. Öffentliche Aufträge dürfen nur noch an tarifgebundene Unternehmen gehen. Dazu muss das Vergabegesetz geändert werden.

Zum Hintergrund: Das Medianeinkommen teilt die Beschäftigten in zwei gleich große Gruppen: Die eine Hälfte wird schlechter, die andere Hälfte besser bezahlt. Dieses mittlere Einkommen (mit Sonderzahlungen) liegt bundesweit bei 4.505 Euro brutto im Monat. In Westdeutschland beträgt es 4.619 Euro, in Ostdeutschland nur 3.834 Euro. Beschäftigte mit Tarifvertrag erhalten im bundesweiten Vergleich ein Medianeinkommen von 4.984 Euro, ohne Tarifbindung sind es nur 3.931 Euro. In Sachsen liegen nur die tariflich abgesicherten Beschäftigten auf dem Bundesniveau: Ihr mittleres Einkommen beträgt monatlich 4.517 Euro. Wer im Freistaat nicht nach Tarif bezahlt wird, erhält im Mittel nur 3.312 Euro. In ganz Sachsen liegt das Medianeinkommen bei 3.822 Euro.

Einkommen in Sachsen

Das mittlere Einkommen in Sachsen ist niedrig.
Es liegt 683 Euro unter dem Bundesdurchschnitt.
Es liegt 797 Euro unter dem Westniveau.
Das ist ungerecht für die Menschen in Sachsen.

Unterschiede zwischen Ost und West

Ostdeutsche bekommen 17 Prozent weniger Geld.
Das gilt für Vollzeit-Beschäftigte.
Viele Menschen arbeiten viel.
Sie haben trotzdem wenig Geld zum Leben.

Tarifverträge schützen Einkommen

Menschen mit Tarifvertrag verdienen mehr.
In Sachsen erreichen sie das Bundesniveau.
Menschen ohne Tarifvertrag verdienen viel weniger.
Tarifverträge sind wichtig für gerechte Löhne.

Vorschläge für mehr Gerechtigkeit

Die Tarifbindung soll erhöht werden.
Tarifverträge sollen leichter gelten.
Der Mindestlohn soll vor Armut schützen.
Öffentliche Aufträge sollen nur an Firmen mit Tarifvertrag gehen.
Das Vergabe-Gesetz muss dafür geändert werden.

Was ist das Medianeinkommen

Das Medianeinkommen teilt die Beschäftigten in zwei Gruppen.
Die eine Hälfte verdient mehr.
Die andere Hälfte verdient weniger.
Das Medianeinkommen in Deutschland ist 4.505 Euro brutto im Monat.
In Ostdeutschland sind es 3.834 Euro.

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