Mindestens 222 antisemitische Straftaten in Sachsen, aber kaum Konsequenzen - den Verfolgungsdruck erhöhen!
Sachsenweit wurden 2025 mindestens 222 antisemitische Straftaten begangen. Die Gesamtzahl ist demnach gegenüber dem Vorjahr zwar leicht zurückgegangen. Sie liegt aber das dritte Jahr in Folge über 200 (2023: 275, 2024: 258). Berücksichtigt werden nur Fälle, die zur Anzeige kommen. Durch Nachmeldungen kann sich der abschließende Wert noch verändern.
Laut der Polizei-Statistik wurden besonders häufig volksverhetzende Parolen und Bedrohungen registriert, und zwar sowohl auf der Straße als auch in Form von Online-Hasspostings. Dabei bleibt es nicht: Verzeichnet sind auch drei gefährliche Körperverletzungen. Im Vorjahr hatte es hingegen „nur“ eine Körperverletzung gegeben. Zuletzt ereigneten sich besonders viele Fälle in Leipzig (43), gefolgt von Dresden (29) und Chemnitz (25) - das entspricht dem leider gewohnten Bild. Erneut wurden die meisten der judenfeindlichen Taten als rechtsmotiviert bewertet (191) und dabei oftmals zugleich als fremdenfeindliche Hasskriminalität eingestuft. Weitere 15 Taten werden auf eine ausländische Ideologie zurückgeführt, sieben auf eine religiöse Ideologie, vor allem Islamismus, und vier auf einen linksmotivierten Hintergrund. Weitere fünf Taten können nicht eindeutig zugeordnet werden und fallen in die Kategorie „Sonstige“.
Antisemitismus ist und bleibt inakzeptabel, ganz egal, aus welcher Richtung er kommt. Einen „ehrbaren“ Antisemitismus gibt es nicht, ganz egal, wer ihn vertritt und wie er sich tarnt. Jeder Antisemitismus gehört geächtet. Dazu gehört ein entsprechender Verfolgungsdruck. Doch genau der fehlt nach wie vor: Den Anfragen der Linksfraktion zufolge gab es im gesamten Jahr 2025 in ganz Sachsen lediglich sieben (!) Verurteilungen wegen antisemitischer Straftaten, die in allen Fällen mit Geldstrafen abgeschlossen wurden. Das ist ein verheerend schlechter Wert, kaum höher als im Vorjahr (5). Zum Vergleich: 2021 waren immerhin noch 26 Urteile gegen Judenhasser gefallen. In der Tendenz gibt es also immer mehr Fälle, aber immer weniger Konsequenzen. Dafür stand 2025 das bundesweit bekannt gewordene Beispiel eines klar antisemitischen und rassistischen Inserats im Sebnitzer Amtsblatt, zu dem die Ermittlungen eingestellt wurden.
Zum Schutz jüdischen Lebens in Sachsen würde es zum Beispiel auch beitragen, wenn die Stelle des Beauftragten der Staatsregierung für das Jüdische Leben hauptamtlich ausgestattet wird - das fordert die Linksfraktion seit Jahren. Stattdessen prüft die Staatsregierung derzeit im Rahmen ihrer geplanten „Maßnahmen zur Strukturanpassung“, Beauftragtenposten abzuschaffen, um Geld zu sparen. Dieser Weg wird dem gesellschaftlichen Zusammenhalt weiter schaden.
Antisemitische Straftaten in Sachsen
Im Jahr 2025 gab es in Sachsen 222 antisemitische Straftaten.
Die Zahl ist etwas weniger als im Jahr 2024.
Die Zahl liegt seit 3 Jahren über 200.
Nur gemeldete Fälle sind gezählt.
Die Zahl kann sich noch ändern.
Arten der Straftaten
Viele Straftaten sind Hass-Reden und Bedrohungen.
Diese passieren auf der Straße und im Internet.
Es gab 3 gefährliche Körper-Verletzungen.
Im Vorjahr gab es nur 1 Körper-Verletzung.
Die meisten Fälle sind in Leipzig, Dresden und Chemnitz.
Hintergründe der Straftaten
Die meisten Taten sind rechts motiviert.
Viele Taten sind auch fremden-Feindlich.
15 Taten kommen von ausländischer Ideologie.
7 Taten kommen von religiöser Ideologie.
4 Taten sind linke Straftaten.
5 Taten sind sonstige Straftaten.
Antisemitismus ist immer falsch.
Es gibt keinen ehrbaren Antisemitismus.
Jeder Antisemitismus muss verboten werden.
Wenig Strafen für Täter
2025 gab es nur 7 Strafen für Antisemitismus.
Alle Strafen waren Geld-Strafen.
Im Jahr 2021 gab es 26 Strafen.
Es gibt mehr Straftaten, aber weniger Strafen.
Ein bekannter Fall wurde nicht verfolgt.
Schutz jüdischen Lebens
Die Links-Fraktion will einen Beauftragten für jüdisches Leben.
Der Beauftragte soll haupt-Amtlich arbeiten.
Die Regierung will den Posten vielleicht abschaffen.
Das spart Geld, schadet aber dem Zusammen-Halt.
Jüdisches Leben braucht mehr Schutz.
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