Kompromiss bei Integrationskursen teilt Menschen mit Migrationsgeschichte in „gut“ und „schlecht“

Im Februar hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verfügt, den Zugang zu Sprach- und Integrationskursen nur noch für Menschen mit „positiver Bleibeperspektive“ zu fördern. Jetzt haben sich Union und SPD auf etwas weniger radikale Kürzungen geeinigt. Das ist aber kein Grund zur Freude.

Die Bundesregierung weigert sich, Mieten oder die exorbitanten Gewinne der Mineralölkonzerne zu deckeln. Wenn es jedoch um Integration und Teilhabe geflüchteter Menschen geht, ist sie zu strikter Begrenzung bereit - und zwar unabhängig vom Bedarf. Die Hälfte des bisherigen Budgets für die Integrationskurse soll reichen. Dabei sind diese Kurse unverzichtbar für den Spracherwerb und alle weiteren Schritte in ein selbstbestimmtes Leben. Viele Menschen mit Migrationsgeschichte werden es nun viel schwerer haben, Deutsch zu lernen, und viele Deutschlehrkräfte werden arbeitslos.

Der Kompromiss mildert zwar die Kürzungen für Geflüchtete aus der Ukraine und für Menschen aus der EU, sie müssen aber um begrenzte Kontingent-Plätze konkurrieren. Wie viele kostenlose Kursplätze es gibt, wird vom Haushalt abhängen. Für Personen in der Duldung oder im laufenden Asylverfahren bedeutet der Ausschluss von vollwertigen Kursen indes mehr gesellschaftliche Isolation und einen späteren Zugang zum Arbeitsmarkt. So werden Menschen mit Migrationsgeschichte in „gut“ und „schlecht“ eingeteilt. Aus humanistischer wie volkswirtschaftlicher Sicht ist diese vermeintliche Sparmaßnahme kurzsichtig und ein weiterer Schritt zur Abschottung.

Die Staatsregierung könnte den Ausfall kompensieren oder die freigewordenen Lehrkräfte an Grund- und Oberschulen einsetzen, wo diese dringend gebraucht werden. Unsere Hoffnung, dass die CDU solche vernünftigen Lösungen umsetzen will, geht aber gegen null.

Kompromiss bei Integrationskursen

Die Regierung kürzt das Geld für Integrationskurse.
Nur Menschen mit guter Bleibeperspektive bekommen Zugang.
Das betrifft viele Menschen mit Migrationsgeschichte.

Wichtigkeit der Integrationskurse

Integrationskurse helfen beim Deutsch lernen.
Sie sind wichtig für ein selbstbestimmtes Leben.
Viele Menschen brauchen diese Kurse.

Folgen der Kürzungen

Viele Menschen können nicht mehr gut Deutsch lernen.
Viele Lehrer und Lehrerinnen verlieren ihren Job.
Geflüchtete aus der Ukraine und der EU bekommen weniger Plätze.

Ungleiche Behandlung

Menschen werden in gut und schlecht eingeteilt.
Menschen mit Duldung oder im Asylverfahren haben weniger Chancen.
Sie sind mehr isoliert und finden später Arbeit.

Kritik an der Regierung

Die Regierung hilft nicht bei hohen Mieten oder hohen Preisen.
Sie will aber die Integrationskurse stark begrenzen.
Das ist kurzsichtig und trennt Menschen.

Mögliche Lösungen

Die Regierung könnte Lehrer an Schulen einsetzen.
Sie könnte den Ausfall bei den Kursen ausgleichen.
Die Hoffnung auf solche Lösungen ist gering.

Diesen Beitrag teilen!

Zurück

Du hast Fragen
oder möchtest einfach reden?

Fraktion Die Linke
im Sächsischen Landtag

Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden

Telefon 0351 4935800
E-Mail

Zum Kontaktformular

Oder schreibe uns auf unseren Social-Kanälen:

Schließen

KONTAKT

Fraktion Die Linke
im Sächsischen Landtag

Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden

Telefon 0351 4935800
E-Mail

Hier geht es zum Kontakt