Fragwürdige Durchsuchung bei Engagierten des Zentrums für politische Schönheit - Fragen nach Hintergründen und Verhältnismäßigkeit
Die Verwirrungen um die antifaschistischen Kunst- und Protestaktionen des Zentrums für Politische Schönheit (ZPS) in Sachsen gehen weiter. Vergangenen Donnerstag wurden in Berlin fünf Wohnungen von Mitgliedern des Zentrums für Politische Schönheit durchsucht. Laut einem Zeitungsbericht ermittelt die Staatsanwaltschaft Chemnitz wegen „Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen sowie der üblen Nachrede und Beleidigung“. Im Fokus steht ein Karikatur-Plakat, mit dem das ZPS auf die mutmaßliche Weitergabe von Informationen aus der Verfahrensakte zur Beschlagnahme des Protestbusses Adenauer SRP+ im vergangenen September durch die sächsische Polizei reagiert. Die Beschlagnahme des Busses ist inzwischen vom Landgericht Chemnitz für rechtswidrig erklärt worden.
Die Durchsuchungen bei Engagierten des Zentrums für Politische Schönheit irritieren zutiefst. Haben die sächsischen Behörden nichts Wichtigeres zu tun als antifaschistische Kunst zu kriminalisieren - zum Beispiel gegen militante Neonazis-Zellen vorgehen, Demokratiefeinde entwaffnen oder das Gesamtkonzept gegen Rechtsextremismus endlich auf den Weg bringen?!
Es ist völlig legitim, die inzwischen auch gerichtlich festgestellte rechtswidrige Beschlagnahme des Adenauer-Busses in Döbeln durch übereifrige sächsische Polizeibeamte zu skandalisieren. Genauso legitim ist es, die Frage zu stellen, woher ein rechter Youtuber Informationen von Untersuchungen der Dekra an dem beschlagnahmten Bus bekommen hatte - und diesen Vorgang in künstlerisch-satirischer Manier zu erörtern. Dazu gibt es mehrere Anfragen (Drucksachen 8/4252, 8/4254 und 8/4255).
Die Staatsregierung soll nun eine Einordnung der Ermittlungsmaßnahmen erfolgen. Neben Fragen nach den Rechtsgrundlage der Durchsuchung - inklusive Beschlagnahmungen und DNA-Abnahme -steht die Frage, inwiefern die drastische Maßnahme einer Hausdurchsuchung verhältnismäßig ist. Vor allem aber sollte die Chemnitzer Staatsanwaltschaft ihr Verhältnis zur Kunstfreiheit überprüfen.
Durchsuchung bei ZPS
Fünf Wohnungen von ZPS-Mitgliedern sind durchsucht worden.
Die Polizei sucht Beweise für Straftaten.
Es geht um ein Karikatur-Plakat.
Das Plakat zeigt Kritik an der Polizei.
Die Polizei soll Informationen weitergegeben haben.
Vorwürfe gegen ZPS
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Beleidigung.
Es geht auch um verbotene Zeichen.
Das ZPS macht Kunst gegen Rechtsextreme.
Die Polizei hat einen Protestbus beschlagnahmt.
Das Gericht sagt, die Beschlagnahme war falsch.
Kritik an der Polizei
Viele Menschen finden die Durchsuchung falsch.
Sie fragen, ob die Polizei wichtige Aufgaben vernachlässigt.
Zum Beispiel gegen rechte Gruppen vorgehen.
Oder die Demokratie schützen.
Die Kunst vom ZPS soll nicht bestraft werden.
Fragen an die Regierung
Die Regierung soll die Durchsuchung prüfen.
Sie soll sagen, ob die Polizei richtig gehandelt hat.
Es geht um die Rechtsgrundlage der Durchsuchung.
Auch um die Beschlagnahmung von Sachen und DNA.
Die Polizei soll die Kunstfreiheit achten.
Diesen Beitrag teilen!
Du hast Fragen
oder möchtest einfach reden?
Fraktion Die Linke
im Sächsischen Landtag
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden, Sachsen
Telefon 0351 4935800
E-Mail linksfraktion@slt.sachsen.de
Oder schreibe uns auf unseren Social-Kanälen: