Erfolge gegen Neonazi-Konzerte - trotzdem ließ der Innenminister das „Expertennetzwerk Rechtsextremismus“ abwickeln
In Sachsen haben 2025 mindestens 20 Neonazi-Konzerte und ähnliche Musikevents mit Live-Musik stattgefunden. Das ist um eine Zunahme gegenüber 2024, als es mit lediglich elf Veranstaltungen zu einem beispiellosen Einbruch der Szene gekommen war. Allerdings waren die Events zuletzt sehr klein, mit Publikum meist im zweistelligen Bereich.
Zusammengenommen dürften sich nur gut 1.000 Personen beteiligt haben. Das entspricht dem Trend zu überschaubaren „Liederabenden“ mit geringem Aufwand. Der amtlichen Statistik zufolge gab es lediglich zwei größere Rechtsrock-Events, im Mai und September 2025 in Zittau mit jeweils 140 beziehungsweise 165 Teilnehmenden. Möglicherweise gab es einige weitere Veranstaltungen, die das Innenministerium nicht nennen will. Grund: Geheimhaltung. Klar ist, dass sich die Neonazi-Musikszene - die lange als wichtige Einnahmequelle der extremen Rechten galt - nicht stabilisieren konnte, seitdem sie vor drei Jahren die bundesweit frequentierten Konzertstätte im nordsächsischen Staupitz verloren hat. Die ständig wechselnden Orte zeigen, dass kein Ersatz gefunden wurde.
Ein wichtiger Faktor ist das konsequentere Einschreiten von Behörden. Neben den durchgeführten Veranstaltungen hätte es sechs weitere geben sollen - die aber wurden mittendrin von der Polizei aufgelöst oder im Vorfeld verhindert. 2024 gelang das vier Mal. Das Vorgehen ist maßgeblich dem „Expertennetzwerk Rechtsextremismus“ bei der Landesdirektion zu verdanken, das Kommunen informiert und berät. Doch trotz dieser Wirkungstreffer hat das Innenministerium entschieden, das Expertennetzwerk abzuwickeln. Es wurde neulich der Polizei-Abteilung angegliedert und soll sich künftig um „alle Erscheinungsformen des Extremismus“ kümmern.
Dabei hatte die Spezialisierung auf die extreme Rechte den Unterschied gemacht. Dieser Fokus ist nötig: Denn während das Konzertgeschäft lahmt, sind Musikgruppen unverändert wichtige organisatorische Knotenpunkte der rechten Szene. So waren nach offizieller Zählung zuletzt 28 sächsische Rechtsaußen-Bands sowie „Liedermacher“ und selbsternannte „Rapper“ aktiv, drei mehr als im Vorjahr.
Neonazi-Konzerte in Sachsen
2025 gab es 20 Neonazi-Konzerte in Sachsen.
2024 waren es nur 11 Konzerte.
Die Konzerte sind meist klein.
Meist sind weniger als 100 Personen da.
Nur zwei Konzerte hatten mehr als 140 Personen.
Teilnehmer und Orte
Etwa 1000 Personen besuchten die Konzerte.
Die Orte wechseln oft.
Die Szene hat keinen festen Ort mehr.
Sie verlor 2022 den großen Ort Staupitz.
Das macht die Szene schwächer.
Polizei und Expertennetzwerk
Die Polizei löst Konzerte auf oder verhindert sie.
2025 wurden 6 Konzerte gestoppt.
2024 waren es 4 Konzerte.
Das Expertennetzwerk hilft der Polizei und den Städten.
Es informiert und berät gegen Rechtsextremismus.
Auflösung des Expertennetzwerks
Das Innenministerium löst das Expertennetzwerk auf.
Es gehört jetzt zur Polizei-Abteilung.
Es soll sich um alle Arten von Extremismus kümmern.
Der Fokus auf Rechtsextremismus geht verloren.
Musikgruppen der rechten Szene
Musikgruppen sind wichtig für die rechte Szene.
2025 gab es 28 rechte Bands und Musiker in Sachsen.
Das sind 3 mehr als 2024.
Die Musik hilft der Szene zu organisieren.
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