Der Trend zur Bewaffnung in Sachsen hält an
Der „Trend“ zur privaten Bewaffnung in Sachsen hält an. Ende 2025 waren in Sachsen 32.800 private Waffenbesitzerinnen und -besitzer registriert, 300 mehr als 2024. Zugleich stieg die Zahl der Schusswaffen, die sie legal besitzen, auf 158.081 – ein Plus von fast 2.500. Hinzu kommen Reizstoff-, Signal- und Schreckschusswaffen.
Auch Schreckschusswaffen bleiben begehrt. Das zeigt die steigende Zahl sogenannter Kleiner Waffenscheine, die dazu berechtigten, sie auch in der Öffentlichkeit verdeckt zu tragen. So waren zum Jahreswechsel im Freistaat 25.155 Kleine Waffenscheine erteilt – ein neuer Rekord und 459 mehr als 2024. Die Zahl der auf dieser Grundlage erworbenen Waffen wird nicht erfasst.
Die Entwicklung betrachten wir schon länger mit Sorge, denn mit wachsendem Interesse etwa am Schießsport ist sie kaum zu erklären. Bei der individuellen Aufrüstung schlagen sich stattdessen verbreitete Unsicherheitsgefühle nieder, die nachvollziehbar sein können. Allerdings stimmen sie mit der tatsächlichen Kriminalitätslage nicht unbedingt überein. Zudem ist das durch Waffen vermittelte Gefühl von Sicherheit trügerisch. Wenn nämlich immer mehr Waffen in Umlauf kommen, entstehen neue Gefahren durch Missbrauch und unsachgemäße Nutzung. Wer einen Kleinen Waffenschein beantragt, muss nicht einmal nachweisen, von der Bedienung oder von waffenrechtlichen Bestimmungen irgendeinen Schimmer zu haben.
Das Problem zeigen auch weitere Daten. So waren in Sachsen zum Jahresanfang 1.160 ursprünglich legal besessene Schusswaffen und Waffenteile zur Fahndung ausgeschrieben, weil sie „abhandengekommen“ sind. Laut ergänzenden Informationen aus dem Nationalen Waffenregister galten 203 fehlende Waffen und Waffenteile als „abhandengekommen durch Straftat“ – Verbleib unklar.
Mit hohem Aufwand versuchen daher kommunale Waffenbehörden, die sachgemäße Aufbewahrung zu kontrollieren. Sächsische Kommunen führten im vergangenen Jahr 1.180 Kontrollbesuche bei Waffenbesitzerinnen und -besitzern in der jeweiligen Region durch, überwiegend ohne Anlass und Anmeldung. Damit ist die Kontrolldichte relativ gering – aber die Trefferquote ziemlich hoch. Denn bei knapp 17 Prozent der Kontrollen gab es Beanstandungen, das ist die gleiche Quote wie 2024. Unter Umständen kann die Erlaubnis zum Besitz widerrufen und können Waffen eingezogen werden. Das geschah 2025 insgesamt 148 Mal, darunter waren 26 Kleine Waffenscheine.
Die Waffen entzogen wurden 2025 übrigens auch 14 Neonazis und Reichsbürgern. Zu diesem besonders waffenaffinen Spektrum kann der Innenminister aktuell noch keine detaillierten Daten vorlegen.
Bewaffnung in Sachsen
In Sachsen gibt es mehr private Waffenbesitzer und Waffen.
Ende 2025 waren 32.800 Menschen mit Waffen registriert.
Das sind 300 mehr als 2024.
Die Zahl der Waffen stieg auf 158.081.
Das sind fast 2.500 mehr als im Vorjahr.
Schreckschusswaffen und Waffenscheine
Viele Menschen wollen Schreckschusswaffen.
Sie brauchen dafür einen Kleinen Waffenschein.
Ende 2025 gab es 25.155 Kleine Waffenscheine.
Das sind 459 mehr als 2024.
Die Zahl der Waffen mit Kleinem Waffenschein ist nicht bekannt.
Gründe für mehr Waffen
Viele Menschen fühlen sich unsicher.
Das kann der Grund für mehr Waffen sein.
Das Gefühl von Sicherheit durch Waffen ist falsch.
Mehr Waffen bringen neue Gefahren.
Wer einen Kleinen Waffenschein will, muss wenig wissen.
Verlorene Waffen
1.160 Waffen sind in Sachsen verloren gegangen.
203 Waffen fehlen wegen einer Straftat.
Der Verbleib dieser Waffen ist unklar.
Kontrollen bei Waffenbesitzern
Die Behörden kontrollieren die Aufbewahrung der Waffen.
2025 gab es 1.180 Kontrollen in Sachsen.
Die meisten Kontrollen waren unangemeldet.
Bei 17 Prozent gab es Probleme.
148 Waffen oder Waffenscheine wurden weggenommen.
Waffenentzug bei Extremisten
14 Neonazis und Reichsbürger verloren ihre Waffen 2025.
Der Innenminister
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