Der Aktionsplan gegen Menschenverachtung ist hilfreich - es kommt aber auf den Schulalltag an

Kaum eine Woche vergeht ohne rechtsextreme Vorfälle an Schulen. Die bisherigen Maßnahmen reichen offensichtlich nicht aus. Daher ist es gut, dass die Staatsregierung nachlegt: Das Kabinett hat einen ressortübergreifenden Aktionsplan gegen Extremismus an Schulen beschlossen. Das ist ein hilfreiches Signal. Staatsregierung und Kultusverwaltung müssen jeden Tag hinter unseren Lehrkräften stehen, wenn diese - gemeinsam mit anderen - gegen menschenfeindliche Einstellungen vorgehen.

Doch damit sind längst nicht alle Lücken geschlossen. Richtig ist es auch, dass die Ministerien zusammenarbeiten. Genauso wichtig ist aber die Zusammenarbeit mit Betroffenen. Es kommt darauf an, überall dort Rückendeckung zu geben, wo das nötig ist. Schließlich will die extreme Rechte mit der vorgeschobenen Forderung nach „Neutralität“ Druck dafür machen, dass Menschenverachtung unwidersprochen bleibt. Das betreibt sie intensiv an den Schulen, aber auch mit Anfragen im Landtag.

Regelmäßige Weiterbildung, um Symbole und Äußerungen richtig einordnen zu können, sind wichtig - aber sie sind nur der halbe Weg. Ohne funktionierende Schulsozialarbeit und geschultes Personal an allen Standorten wird es schwierig, Vorfälle gemeinsam mit den betroffenen Schülerinnen und Schülern so aufzuarbeiten, dass antidemokratische, rassistische, antisemitische oder anderweitig inhumane Weltbilder sich nicht verfestigen. Etwa über Social Media werden wir alle immer wieder mit solchen Inhalten konfrontiert, das macht am Schultor nicht Halt. Umso wichtiger ist Medienkompetenz.

Darüber hinaus müssen die Schulen Orte sein, an denen die jungen Leute selbst Demokratie erleben und praktizieren können. Dabei hilft die Klassenstunde, aber sie wird nicht ausreichen. Wichtig sind außerdem genug Mittel für Demokratiebildung sowie tatsächliche Mitbestimmung. Es passt nicht zusammen, dass die Staatsregierung jetzt den Aktionsplan ankündigt und gleichzeitig inner- und außerschulische Demokratiebildung in Kürzungsgefahr bringt. Dort darf es keine Einschnitte geben. Politische Bildung ist wichtig, auch für die Erwachsenen!

Aktionsplan gegen Menschenverachtung

Es gibt viele rechtsextreme Vorfälle an Schulen.
Die bisherigen Maßnahmen helfen nicht genug.
Die Staatsregierung hat einen neuen Plan gemacht.
Der Plan soll gegen Extremismus an Schulen helfen.
Lehrer und Lehrerinnen brauchen Unterstützung jeden Tag.

Zusammenarbeit ist wichtig

Ministerien arbeiten zusammen gegen Extremismus.
Auch Betroffene müssen mitmachen.
Man muss Menschen helfen, die Unterstützung brauchen.
Die rechte Seite will, dass Menschenverachtung bleibt.
Sie sagt, sie ist neutral, aber das stimmt nicht.

Weiterbildung und Schulsozialarbeit

Lehrer und Lehrerinnen brauchen Weiterbildung.
Sie lernen, Symbole und Worte zu verstehen.
Schulsozialarbeit muss an allen Schulen sein.
Sie hilft, Probleme mit Schülern zu lösen.
So verhindern wir, dass Hass sich festsetzt.

Medienkompetenz und Demokratie

Viele sehen Hass im Internet und in sozialen Medien.
Schüler und Schülerinnen brauchen Medienkompetenz.
Schulen müssen Orte für Demokratie sein.
Klassenstunden helfen, aber sie reichen nicht.
Es braucht mehr Geld für Demokratiebildung.

Schüler und Schülerinnen müssen mitbestimmen können.
Die Staatsregierung darf bei Demokratiebildung nicht sparen.
Politische Bildung ist wichtig für alle Menschen.

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