Stefan Hartmann: Down and out? - Für eine Zukunft der Industrie!
Seit Monaten erreichen die Öffentlichkeit alarmierende Meldungen zur Firma Dow Chemical. Im Juni wurde bekannt, dass die Firma 2025/2026 keine neuen Auszubildenden einstellen wird. Bereits Anfang des Jahres wurde über einen Abbau der Produktionskapazitäten an den beiden ostdeutschen Standorten Böhlen und Schkopau berichtet. Heute wurde bekannt, dass beide Standorte Ende 2027 geschlossen werden.
Dazu sagt der Sprecher für Strukturpolitik Stefan Hartmann:
„Auf der homepage von Dow Chemical ist am heutigen Tag zur Firmenaufstellung zu lesen: „die größten Produktionsstandorte liegen in Niedersachsen (Stade) sowie in Sachsen (Böhlen) und Sachsen-Anhalt (Schkopau).“
Am selben Tag erfahren nun die Beschäftigten in Böhlen und Schkopau, dass die seit Monaten im Raum stehende Warnung über die Reduzierung der Produktion an den beiden Standorten wahr wird: Abbau von 550 Arbeitsplätzen. Nicht eingerechnet ist eine noch unbekannte Zahl an Arbeitsverhältnissen in der Zulieferung und die Auswirkungen auf die Wertschöpfung im Umland.
Die Firma Dow Chemical gibt als Gründe wirtschaftlichen Druck und strukturelle Standortnachteilen an. So sei die Nachfrage sei schwach, Energie- und Rohstoffkosten hingegen hoch. Allerdings hat Dow erst vor Kurzem eine Dividende von 2,46 Euro pro Aktie ausgeschüttet, was einer Dividendenrendite von fast zehn Prozent entspricht.
Die Linksfraktion will verhindern, dass Ostdeutschlands deindustrialisiert wird. Die Abschaltung des Crackers in Böhlen hätte erhebliche Auswirkungen auf ganze Produktionsketten und die gesamte Region.
Die sächsische muss zusammen mit der sachsen-anhaltinischen Landesregierung schnell reagieren und Druck auf den Konzern sowie die Bundesregierung aufbauen. Ohne industriepolitische Strategie und planbare Energiekosten werden Konzerne immer wieder Argumente finden, um Jobs zu vernichten. Oft genug sind Managementversagen und Aktionärsinteressen die eigentlichen Krisenursachen.
Im Zweifel muss der Staat Verantwortung für Infrastrukturentwicklung und Ausbildung übernehmen, sowie die Kommunen bei der konzeptionellen Neuaufstellung des Standorts unterstützen.
Die Linksfraktion steht wie bisher an der Seite der Beschäftigten.“
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