Keine Entwarnung bei gefährlichen Infektionskrankheiten in Sachsen - Susanne Schaper: Schutzimpfungen nutzen!
Die Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper, erklärt zu den Antworten auf ihre neueste Anfragen (Drucksachen 8/5956, 8/5966) zum Aufkommen der Infektionskrankheiten Tuberkulose, Hepatitis, FSME/Borreliose und Herpes zoster (Gürtelrose):
„Auch 2025 ist es nicht gelungen, die Fallzahlen bei gefährlichen Infektionskrankheiten spürbar zu reduzieren. Sie liegen weiter auf hohem Niveau, teils waren sogar mehr Menschen betroffen als im Vorjahr - so gab es etwa tausend Borreliose-Fälle mehr als 2024. Auch bei Gürtelrose gab es einen deutlichen Anstieg und drei Todesfälle mehr.
Seit 2017 sind 35 Menschen in Sachsen an Tuberkulose, 28 an einer Hepatitis-Variante und 17 Menschen an Herpes zoster verstorben - und das ist nur eine Auswahl der meldepflichtigen, gefährlichen Infektionskrankheiten. Eine FSME-Erkrankung kann schwere Verläufe nehmen, ebenso wie Borreliose, die Folgeerkrankungen wie lebensgefährliche Herzmuskelentzündungen nach sich ziehen kann. Ich kann nur appellieren, verfügbare Schutzimpfungen zu nutzen - die Impfquote bei FSME ist im Freistaat mit nicht einmal 20 Prozent erschreckend niedrig, bei Gürtelrose liegt sie laut dem Robert-Koch-Institut nur bei etwa einem Drittel. Vor allem ältere Menschen sollten sich impfen lassen.
Schutzimpfungen schützen uns vor einer ganzen Reihe gefährlicher Infektionskrankheiten. Pocken wurden per Impfung ausgerottet, in Deutschland gilt dasselbe für Kinderlähmung. Viele weitere schwere Erkrankungen, darunter Masern, wurden durch Impfungen eingedämmt - in den USA können wir derzeit die tödlichen Folgen von Impfgegnerschaft beobachten. Ich kann nur an alle Bürgerinnen und Bürger appellieren, Schutzimpfungen für sich selbst und ihre Kinder wahrzunehmen und sich bei Fragen und Zweifeln an das medizinische Personal zu wenden. Um die Nachfrage nach Beratung und Impfung zu decken, muss der Öffentliche Gesundheitsdienst ausgebaut werden. Die Staatsregierung muss zudem in Information und Aufklärung investieren. Das sollte eine Hauptaufgabe des neu zu schaffenden Landesgesundheitsamtes werden. Medizinische Fachfragen sollten nicht politisiert werden - für ihre Beantwortung sind Fachleute zuständig. Wir müssen wieder Vertrauen aufbauen, auch in Schutzimpfungen.“
Hintergrund: Fallzahlen und Todesfälle bei ausgewählten Infektionskrankheiten in Sachsen
Jahr FSME Borreliose Tuberkulose Hepatitis Herpes zoster Drucksache
2025 48 2.637 151 1.045 2.278 8/5956, 8/5966
2024 63 1.628 157 1.138 1.986 8/1663, 8/1666
2023 34 1.484 145 1.245 1.997 7/15958, 7/16469
2022 43 1.709 148 975 1.648 7/14221, 7/12640
2021 29 1.913 117 693 1.495 7/9389, 7/12640
2020 31 1.825 115 551 1.750 7/9389, 7/2709, Epidemiologische Monatsberichte
2019 27 2.308 160 793 2.292 7/9389, 7/2709, Epidemiologische Monatsberichte
2018 12 2.146 171 718 1.757 7/9389, 7/2709, Epidemiologische Monatsberichte
2017 21 1.882 215 798 1.481 6/14201, 7/2709
2016 2.119 6/10196
2015 1.355 6/5794
2014 1.362 6/2105
Verstorben an
Jahr Tuberkulose einer Hepatitis-Variante Herpes zoster
2025 6 2 4
2024 1 5 1
2023 6 1 2
2022 8 6 2
2021 2 3 2
2020 2 1 0
2019 2 2 1
2018 5 5 3
2017 3 3 2
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