Erneut viele queerfeindliche Straftaten in Sachsen, vor allem bei CSDs - jetzt eine Gegenstrategie entwickeln

Auch 2025 wurden in Sachsen viele Fälle von Hasskriminalität aufgrund der sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität der Opfer registriert. Das zeigen monatliche Parlamentsanfragen der Linken (zuletzt: Drucksache 8/5847). Demnach registrierte die Polizei sachsenweit mindestens 163 einschlägige Taten, drei Viertel wurden als rechtsmotiviert bewertet. Durch Nachmeldungen kann die Gesamtzahl noch steigen - das Landeskriminalamt hat eine Sonderstatistik angekündigt, die noch nicht abgeschlossen ist, wie auf eine weitere Anfrage hin mitgeteilt wurde.

Im langjährigen Vergleich ist das der zweithöchste Wert, nachdem 2024 mit 181 queerfeindlichen Straftaten ein alarmierender „Rekord“ erreicht worden war. Zuvor hatte die Fallzahl jahrelang stark zugenommen. Hauptgrund dafür sind die gehäuften Angriffe gegen Christopher-Street-Day-(CSD)-Veranstaltungen. Dazu kam es auch im vergangenen Jahr: Fast alle CSDs wurden Ziel von Störaktionen, teils auch körperlichen Übergriffen. Allerdings landet nur ein Teil davon in der Statistik. Beispiel Bautzen, wo am 10. August mehr als 500 Neonazis gegen den CSD mit über 3.000 Menschen mobil gemacht hatten: Laut Statistik kam es dort „nur“ zu acht queerfeindlichen Taten. Mindestens ebenso viele weitere Attacken des sogenannten Gegenprotests wurden hingegen nicht als queerfeindlich bewertet, darunter körperliche Übergriffe. Mit dieser inkonsequenten Erfassung wird das Ausmaß der Bedrohung verschleiert.

In einem besonders gravierenden Fall hat die Staatsanwaltschaft Görlitz erst kürzlich die Ermittlungen „gegen Unbekannt“ erfolglos eingestellt. Demnach wurde während des Bautzner CSD ein ziviler Polizeibeamter zu Boden geschlagen und auf ihn eingetreten, wobei er aufgefordert wurde, „sein Handy zu zeigen, um festzustellen, dass dieser ‚keine Zecke‘ sei“. Offenbar wurde das Opfer für einen CSD-Teilnehmer gehalten. Über die brutale Tat wurde bislang öffentlich nicht berichtet. Das Justizministerium hat darauf nur beiläufig hingewiesen, im Rahmen einer gewohnt langen Liste von Verfahrenseinstellungen bei rechtsmotivierten Straftaten.

Die Staatsregierung darf queerfeindliche Angriffe nicht achselzuckend hinnehmen. Es handelt sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein Klima der Bedrohung gegen queere Menschen. Wir fordern die Staatsregierung mit einem aktuellen Antrag auf, eine Strategie zu entwickeln, die gegen Diskriminierung vorgeht. Weiterhin muss insbesondere rund um CSD-Demonstrationen sichergestellt werden, dass Drohungen und Anfeindungen gegenüber den Teilnehmenden eingehegt, systematisch erfasst und konsequent verfolgt werden.

Queerfeindliche Straftaten in Sachsen

2025 gab es viele queerfeindliche Straftaten in Sachsen.
Die Polizei zählte mindestens 163 Fälle.
Drei Viertel der Taten sind rechtsmotiviert.
Die Zahl kann noch steigen.
Das Landeskriminalamt arbeitet an einer neuen Statistik.

Vergleich mit früheren Jahren

2024 gab es 181 queerfeindliche Straftaten.
Das ist der höchste Wert bisher.
Die Zahl der Taten ist in den letzten Jahren gestiegen.
Viele Angriffe passieren bei Christopher-Street-Day-Veranstaltungen.

Angriffe bei CSD-Veranstaltungen

Fast alle CSDs wurden gestört.
Es gab auch körperliche Angriffe.
Nicht alle Angriffe werden als queerfeindlich gezählt.
In Bautzen gab es 8 gemeldete Taten.
Viele weitere Angriffe wurden nicht als queerfeindlich gewertet.

Ein schwerer Fall in Bautzen

Ein Polizist wurde bei einem CSD angegriffen.
Er wurde zu Boden geschlagen und getreten.
Die Täter wollten sein Handy sehen.
Sie dachten, er sei ein Teilnehmer.
Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein.

Forderung an die Staatsregierung

Die Regierung darf die Angriffe nicht ignorieren.
Es gibt ein Klima der Bedrohung für queere Menschen.
Die Regierung soll eine Strategie gegen Diskriminierung machen.
Bei CSDs sollen Drohungen und Angriffe verhindert werden.
Alle Angriffe sollen erfasst und verfolgt werden.

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